Schwere israelische Verluste bei Gefechten: Acht Tote

27. Juli 2006, 07:19
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Israel strebt Sieg "in einigen Wochen" an - Hisbollah: "Unsere Kämpfer führen einen Guerillakrieg" - Israel bombardiert Tyrus: Büro eines Hisbollah-Kommandanten zerstört

Jerusalem /Tel Aviv/Tyrus - Israel will seine Militäroffensive im Libanon voraussichtlich noch mehrere Wochen fortsetzen. Das kündigte der Befehlshaber des israelischen Nordkommandos, Generalmajor Udi Adam, am Mittwoch an. "Ich gehe davon aus, dass es noch mehrere Wochen weiter gehen wird, und dass wir in einigen Wochen einen Sieg verkünden können", sagte er bei einer Pressekonferenz in Jerusalem.

Schwere Verluste

Bei neuen Gefechten um die südlibanesische Hisbollah-Hochburg Bint Jbeil hat die israelische Armee offenbar die höchsten Verluste an einem Tag seit Beginn ihrer Offensive vor zwei Wochen erlitten. Israel hat am Mittwochabend den Tod von acht israelischen Soldaten bei den Kämpfen im Südlibanon offiziell bestätigt. Ein Militärsprecher sagte, die acht Soldaten seien in der Früh bei heftigen Kämpfen mit der Hisbollah-Miliz bei Bint Jbeil ums Leben gekommen. Mehrere andere seien verletzt worden.

Von libanesischen Sicherheitskreisen war die Zahl der getöteten Israelis zuvor mit neun angegeben worden. Israel hatte am Vortag die Einnahme von Bint Jbeil gemeldet, dies aber am Mittwoch korrigiert und über weitere Kämpfe um die Hochburg der Hisbollah berichtet.

Büro eines Hisbollah-Kommandanten zerstört Gebäude zum Zeitpunkt des Beschusses leer

Die israelische Luftwaffe hat am Mittwoch die Büros des Hisbollah-Kommandanten im Südlibanon, Scheich Nabil Kaouk, zerstört. Das Gebäude in der Hafenstadt Tyrus war zum Zeitpunkt des Beschusses leer, wie Sicherheitskräfte und Augenzeugen mitteilten. In einem Nachbarhaus seien jedoch zwölf Menschen zum Teil schwer verletzt worden, darunter sechs Kinder.

Die beiden Explosionen lösten in mehreren Gebieten einen Stromausfall aus. Über dem Stadtzentrum stand eine dichte Rauchwolke. Das siebenstöckige Gebäude mit Kaouks Büros wurde schwer beschädigt.

"Sicherheitszone"

Israel will im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz auf der libanesischen Seite der gemeinsamen Grenze eine zwei Kilometer breite "Sicherheitszone" einrichten. Dieses Gebiet solle bis zu einem Eintreffen internationaler Truppen gehalten werden, zitierten israelische Medien Ministerpräsident Ehud Olmert. Er habe seinen Ruf nach einer Friedenstruppe für das Grenzgebiet wiederholt. "Wir brauchen internationale Eingreiftruppen, die militärische Ressourcen haben und reagieren und eingreifen können", sagte Olmert. Auf den Zeitpunkt für eine mögliche Waffenruhe wollte er sich nicht festlegen. "Jetzt ist die Zeit, mit aller Gewalt vorzugehen", wurde er zitiert.

Israel setzte den Aufmarsch an seiner Nordgrenze am Mittwoch fort. Es seien zusätzliche Truppen verlegt worden, beobachtete ein Journalist. Israelische Medien berichten, eine Eliteinheit sei östlich von Bint Jbeil in Stellung gegangen, um weitere Dörfer anzugreifen, die bisher unter Kontrolle der Hisbollah stehen.

Guerillakrieg

"Unsere Kämpfer führen einen Guerillakrieg. Sie kommen aus dem Untergrund, aus engen Straßen, Häusern und Fenstern", sagte ein Hisbollah-Vertreter in Beirut zur Lage in Bint Jbeil. "Es gibt heftige Schießereien." Die israelische Armee teilte am Mittwoch mit, sie habe weiter keine vollständige Kontrolle über die Stadt, die am Vortag als bereits eingenommen bezeichnet worden war.

Erneute Luftangriffe

Israelische Kampfflugzeuge haben am Mittwochabend erneut den Osten und den Süden des Libanon aus der Luft angegriffen. Sie nahmen nach Angaben der libanesischen Polizei an der syrischen Grenze einen Lastwagen mit medizinischen Hilfsgütern unter Beschuss. Der Lastwagen ging in Flammen auf. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Im Süden des Libanon sei in der Hafenstadt Tyrus ein Gebäude in der Innenstadt unter israelischen Beschuss geraten, hieß es nach Angaben aus Sicherheitskreisen. Rettungskräfte seien unterwegs, um Opfer zu bergen, sagte ein Polizeisprecher.

Bei dem Angriff wurden die Büros des Hisbollah-Kommandanten im Südlibanon, Scheich Nabil Kaouk, zerstört. Das Gebäude in der Hafenstadt Tyrus war zum Zeitpunkt des Beschusses leer, wie Sicherheitskräfte und Augenzeugen mitteilten. In einem Nachbarhaus seien jedoch zwölf Menschen zum Teil schwer verletzt worden, darunter sechs Kinder.

Die beiden Explosionen lösten in mehreren Gebieten einen Stromausfall aus. Über dem Stadtzentrum stand eine dichte Rauchwolke. Das siebenstöckige Gebäude mit Kaouks Büros wurde schwer beschädigt. (APA/dpa/Reuters/AP/red)

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