Reynolds: Gewinnplus durch Preiserhöhungen

28. Juli 2006, 20:59
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Quartals-Rückgang bei klassischen Zigaretten in den USA - Markt für rauchfreie Tabakwaren wächst dagegen stärker

Chicago - Der US-Tabakkonzern Reynolds American hat mit Preiserhöhungen und einem Fokus auf teurere Marken seinen Gewinn unerwartet deutlich gesteigert.

Der Hersteller von Camel-Zigaretten verdiente nach Angaben vom Mittwoch im zweiten Quartal 376 Mio. Dollar (299 Mio. Euro) und damit rund 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seinen Umsatz steigerte Reynolds um neun Prozent auf 2,3 Mrd. Dollar. Dank der jüngsten Übernahme des zweitgrößten Herstellers rauchfreier Zigaretten, Conwood, für 3,5 Mrd. Dollar und einer Steuergutschrift will Reynolds zudem im Gesamtjahr mehr Geld erwirtschaften als bisher angestrebt.

Der Markt für rauchfreie Tabakwaren wächst seit einiger Zeit stärker als der traditionelle Zigarettenmarkt. Der Zigarettenkonsum ist in den USA nach offiziellen Angaben seit dem 1981 markierten Höchststand von 640 Mrd. Glimmstengeln fast jedes Jahr gesunken, zuletzt 2005 um fast drei Prozent.

Philip Morris steigert Marktanteil

Reynolds erwartet, in diesem Jahr rund vier Prozent weniger Zigaretten zu verkaufen. Im zweiten Quartal lieferte der Konzern 28,6 Mrd. Zigaretten aus. Sein Marktanteil in den USA sank minimal unter 30 Prozent. Dagegen hatte die Muttergesellschaft von Philip Morris, Altria, mit Marken wie Marlboro seinen Marktanteil zuletzt auf über 50 Prozent gesteigert.

Reynolds-Aktien legten am Mittwoch nach Vorlage der Ergebnisse rund zwei Prozent zu. In diesem Jahr haben die Papiere rund ein Drittel zugelegt. Tabak-Aktien erhielten zuletzt durch einen wichtigen juristischen Sieg einen Schub. Anfang Juli hatte ein Gericht in Florida das Urteil einer Vorinstanz bestätigt, die Schadenersatzzahlungen großer US-Tabakfirmen über 145 Mrd. Dollar für bis zu 700.000 erkrankte Raucher widerrufen hatte. (APA/Reuters)

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