Erste Kitz-Sensation

23. Juli 2007, 11:44
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Topfavorit Dawidenko ausgeschieden - Russe verlor schon zum dritten Mal gegen "Angstgegner" Nicolas Lapentti

Kitzbühel - Das ATP-Tennisturnier in Kitzbühel hat am Mittwoch seine erste wirkliche Überraschung erlebt. Der als Nummer 1 gesetzte Weltranglisten-Sechste Nikolai Dawidenko aus Russland verlor gleich in seinem ersten Match glatt mit 3:6,3:6 gegen den ungesetzten Nicolas Lapentti aus Ecuador. Damit trifft der Österreicher Stefan Koubek am Donnerstag im Achtelfinale nicht wie vermutet auf Dawidenko, sondern auf Lapentti.

Die Niederlage des Topfavoriten ist bei näherer Betrachtung keine ganz so große Überraschung, obwohl Dawidenko nach seinen Siegen im Vorjahr in St. Pölten und heuer in Pörtschach als ausgesprochener Österreich-Spezialist gilt und bis Mittwoch 13 seiner 15 jüngsten Matches auf Sandplatz gewonnen hatte. Doch die dünne Luft in Kitzbühel liegt dem in Deutschland aufgewachsenen und in Monaco wohnenden Russen offenbar ebenso wenig wie der Gegner aus Südamerika. Lapentti hatte schon beide vorangegangenen Begegnungen glatt gewonnen. Zuletzt 2003 in Kitzbühel, ebenfalls mit 6:3,6:3.

Dawidenko monierte prompt einmal mehr die Höhenlage in Kitzbühel. "Lapentti musste nichts tun, als die Bälle reinzuspielen. Ich habe jeden Ball ins Out geschossen. Es ist wahnsinnig schwer, auf 800 Meter Seehöhe anzugreifen", ärgerte sich der Russe in ausgezeichnetem Deutsch. Lapentti sei kein Angstgegner. "Er ist einer von vielen Gegnern. Es lag ausschließlich an mir."

So kam es dass die aktuelle Nummer sechs gegen eine einstige Nummer sechs glatt verlor. Der 30-jährige Lapentti, der 2001 Kitzbühel bereits einmal gewonnen hat, ist allerdings in der Weltrangliste auf Platz 116 abgerutscht. "Zu hohe Ziele, Motivationsmangel, eine lange Krankheit und mehrere Verletzungen", gab Lapentti als Gründe an. "Aber in Kitzbühel spiele ich immer gerne und gut, es ist eines meiner Lieblingsturniere."

Dem Match gegen Koubek sah der ehemalige Kitz-Sieger mit großen Erwartungen entgegen. "Wir haben oft gegeneinander gespielt, zuletzt den Daviscup-Marathon in Pörtschach, den ich gewonnen habe. Wir kennen einander sehr gut, das wird sicher interessant!"

Dawidenko machte Koubek aber Mut für das Achtelfinale. "Stefan hat die besseren Chancen, weil er hin und wieder auch angreift. Lapentti spielt den Ball ja nur ins Feld." Er selbst werde ziemlich sicher wiederkommen, versprach Dawidenko. "Auch wenn es für mich hier nicht läuft. Ich versuch es nächstes Jahr wieder, denn das ist ein sehr gutes Turnier." (APA)

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