Barbara Alberts "Fallen" im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig

3. August 2006, 18:04
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Löwenkandidaten auch drei Produktionen von New Crowned Hope des Wiener Mozartjahres - De Palmas "Black Dahlia" ist Eröffnungsfilm

Venedig/Wien - Die österreichische Filmemacherin Barbara Albert (35) ist mit ihrem Film "Fallen" im Wettbewerb der 63. Filmfestspiele Venedig (30. August bis 9. September) vertreten, teilte die Austrian Film Commission (AFC) am Donnerstag in einer Aussendung mit. Im Wettbewerb sind außerdem drei Produktionen, die Peter Sellars für das Festival New Crowned Hope in Auftrag gegeben hat, das im Rahmen des Wiener Mozartjahres 2006 von den Wiener Festwochen durchgeführt wird. Zwei weitere Filmproduktionen von New Crowned Hope laufen im Hauptprogramm. Am Donnerstags wurde das gesamte Programm der 63. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica präsentiert - weiter unten die Liste des Wettbwewerbs.

"Fallen" ist der erste österreichische Wettbewerbsbeitrag in Venedig seit 2001, als Ulrichs Seidls "Hundstage" mit dem "Großen Preis der Jury" ausgezeichnet wurde. Barbara Albert startet nach "Nordrand" 1999 bereits zum zweiten Mal im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig. "Fallen" erzählt von fünf ehemaligen Schulfreundinnen Anfang 30, die einander nach 14 Jahren bei einem Begräbnis wieder begegnen und zwei Tage und eine Nacht gemeinsam verbringen. Eine Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beginnt. In den Hauptrollen sind Nina Proll, Birgit Minichmayr, Kathrin Resetarits, Ursula Strauss und Gabriela Hegedüs zu sehen.

Der von coop 99 Filmproduktion mit Unterstützung des Österreichischen Filminstituts, des ORF und des Filmfonds Wien hergestellte Streifen ist nach "Nordrand" und "Böse Zellen" der dritte Langfilm der 1970 in Wien geborenen Barbara Albert, die auch das Drehbuch verfasste. Der Film startet am 8. September regulär in Österreich im Kino.

New Crowned Hope

Die im Rahmen des Festivals New Crowned Hope in Auftrag gegebenen Filme "Daratt" von Mahamat-Saleh Haroun (Tschad), "I Don't Want to Sleep Alone" von Tsai Ming-Liang (Taiwan) und "Syndroms And A Century" von Apichatpong Weerasethakul (Thailand) erleben im Wettbewerb der Filmfestspiele ihre Uraufführung.

Zwei weitere New Crowned Hope-Produktionen werden in Parallelschienen uraufgeführt. In der Sektion "Orizzonti" ist "Opera Jawa" von Garin Nugroho (Indonesien) zu sehen, die Reihe "Corto Cortissimo" zeigt den Kurzfilm "Stickfighter" außer Konkurrenz, dessen südafrikanische Regisseur Teboho Mahlatsi Präsident der Jury von "Corto Cortissimo" ist.

Alle fünf Produktionen werden im Laufe des Festivals New Crowned Hope (14. November bis 13. Dezember) in Wien zu sehen sein.

Die Wettbewerbsfilme

- Barbara Albert, "Fallen", (Österreich)
- Gianni Amelio, "La stella che non c'è" (Italien/Frankreich/Schweiz/ Singapur)
- Darren Aronofsky, "The Fountain", (USA)
- Allen Coulter, "Hollywoodland", (USA)
- Emanuele Crialese, "Nuovomondo (The Golden Door)", (Italien)
- Alfonso Cuarón, "Children of man", (Großbritannien/USA)
- Brian de Palma, "The Black Dahlia", (USA)
- Emilio Estevez, "Bobby", (USA)
- Stephen Frears, "The Queen", (Großbritannien/Frankreich/Italien)
- Mahamat-Saleh Haroun, "Daratt", (Tschad/Frankreich/Belgien/ Österreich)
- Benoît Jacquot, "L'intouchable", (Frankreich)
- Kon Satoshi, "Paprika", (Japan)
- Joachim LaFosse, "Nue propriété" (Belgien/Luxemburg/Frankreich)
- Ôtomo Katsuhiro, "Mushi-shi", (Japan)
- Alain Resnais, "Private Fears in Public Places", (Frankreich/ Italien)
- Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, "Quei loro incontri", (Italien/ Frankreich)
- Johnnie To, "Fangzhu", (Hongkong/China)
- Tsai Ming-Liang, "Hei yanquan" (Taiwan/Frankreich/Österreich)
- Paul Verhoeven, "Zwartboek", (USA)
- Ivan Vyrypaev, "Ejforija", (Russland)
- Apichatpong Weerasethakul, "Sang sattawat", (Tailand/Frankreich/ Österreich)

"The Black Dahlia" eröffnet

Der Thriller "The Black Dahlia" von US-Regisseur Brian de Palma eröffnet die Filmfestspiele; der Streifen mit Scarlett Johansson, Hilary Swank und Josh Hartnett erlebt im Rahmen des Wettbewerbs seine Uraufführung.

De Palmas Verfilmung des gleichnamigen Romans von James Ellroy ist von einem Verbrechen in den 1940er Jahren in Los Angeles inspiriert. Im Mittelpunkt stehen zwei Polizisten und ehemalige Boxer (Hartnett und Aaron Eckhart), die in die selbe Frau (Johansson), die ehemalige Freundin eines Gangsters, verliebt sind. Bei der Aufklärung eines grausamen Mordes an einem als "Black Dahlia" bekannten Mädchen beginnt einer der beiden ein Verhältnis mit einer anderen Frau (Swank), die indirekt in das Verbrechen verwickelt ist.

Fünfter Lagunenbesuch

Der 1940 geborene US-Filmemacher ist einer der führenden Protagonisten von New Hollywood. Seine erste Regie-Arbeit war "The Wedding Party" (1966) mit dem jungen Robert De Niro. Mit der Komödie "Greetings" gewann er 1969 den Silbernen Bären in Berlin. "The Black Dahlia" ist De Palmas fünfter Auftritt in Venedig, mit "Sisters" war er 1975 das erste Mal eingeladen, es folgten "Blow Out", "Raising Cain" und das Gangster-Epos "The Untouchables" (Die Unbestechlichen, 1987).

Zu seinen bekanntesten Filmen zählen weiters unter anderem Schocker wie die Stephen-King-Verfilmung "Carrie", der Psycho-Thriller "Dressed to Kill" (1980) und das Remake des Klassikers "Scarface" mit Al Pacino (1983), "Body Double" (1984) und "Mission to Mars" (2000). (APA)

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