Wiener Linien bewerten Videoüberwachung positiv

26. Juli 2006, 19:19
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In den überwachten Wagen gab es keinen Diebstahl oder tätlichen Angriff

Wien - Die Wiener Linien haben am Mittwoch eine positive Bilanz des einjährigen Probebetriebes der Videoüberwachung und - aufzeichnung in U-Bahn-Zügen und Straßenbahngarnituren gezogen. Es habe keine Diebstähle oder tätlichen Angriffe gegeben, und auch der Vandalismus sei stark zurückgegangen. Wirtschaftsstadtrat Rieder appellierte deshalb an den Bund, den Weiterbetrieb des Systems zu erlauben. Die beiden Straßenbahnen verkehren fast im gesamten Netz, während die zwei überwachten U-Bahnen zwischen den Linien U1 und U3 wechselten.

Schäden in Höhe von 200.000 Euro jährlich könnten mit einer Komplettüberwachung verhindert werden, schätzte Rieder. Für die Vollausstattung des Wagenparks mit Kameras müssten 3,7 Mio. Euro investiert werden. Nach jetzigem Konzept könnten in fünf Jahren alle U-Bahnen mit den Aufzeichnungsgeräten versehen sein, so der SP- Politiker. Bei der derzeit umstrittenen neuen Type V-Wagen gehören Kameras bereits zur Grundausstattung.

In den überwachten U-Bahnen habe man seit dem Start am 6. August 2005 keinen Diebstahl oder tätlichen Angriff verzeichnet. Der Vandalismus sei um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, und die Täter seien allesamt ausgeforscht worden. In den Straßenbahnen habe es überhaupt keinen strafrechtlichen Tatbestand gegeben. "Die Wiener Linien haben ein großes Interesse, die Videoüberwachung in den Fahrzeugen fortsetzen zu können", unterstrich Rieder deshalb.

Bei dem getesteten System werden die Bilder der Überwachungskameras 48 Stunden lang auf einer Festplatte gespeichert und ohne Anlassfall automatisch überschrieben. Dazu waren bis zu 24 Kameras pro Wagen im Einsatz. (APA)

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