Strache als "Klinsmann der FPÖ"

26. Juli 2006, 16:32
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Kickl: "Wollen dritter werden" - "Neue Form der politischen Kommunikation" geplant

Wien - Nach der Wien-Wahl war es Hermann Maier, nun strapaziert FPÖ-Wahlkampfleiter Herbert Kickl einen anderen Sportler: "Heinz-Christian Strache ist der Jürgen Klinsmann der FPÖ." Was so viel heißt, wie: "Wir wollen drittstärkste Partei werden." Auch in Sachen Unterstützung für einen Antritt gibt sich Kickl optimistisch, die notwendige Stimme eines dritten Abgeordneten schließt man nicht aus. Wer? "Das kann man sich an einer Hand abzählen", meint Kickl.

"Nationalmannschaftsmodell"

Vom "Büro H.C. Strache" aus wird der blaue Wahlkampf organisiert, zu "Spitzenzeiten" wird das Kernteam von sieben Leuten nochmals auf zehn aufgestockt. Kickl geht das Thema Fußball nicht aus dem Sinn, er rekrutiert nach dem "Nationalmannschaftsmodell". "Wir ziehen die Leute aus ihren Bereichen in diesem Büro zusammen", sagt er, im Übrigen sei die FPÖ "quereinstiger-resistent", Überraschungskandidaten auf diversen Listen soll es im Wahlkampf also nicht geben.

"Neuer Weg"

Dafür andere: "Wir versuchen, einen ganz neuen Weg zu gehen", eine "neue Form der politischen Kommunikation". Was, wird noch nicht verraten, speziell Jugendliche sollen aber dabei angesprochen werden. Für die Ausführung der kryptischen Pläne ist der operative Bundesgeschäftsführer Hans Weixelbaum zuständig, Kickls "Zwilling", wie er es bezeichnet. Das Wahlkampfnetzwerk umfasst neben dem "Büro H.C. Strache" noch die Bundespartei in der Theobaldgasse und Straches Büro im Rathaus.

Heuchelei

Den Vorschlag für ein Fairnessabkommen - vor allem aus dem Mund der ÖVP - hält Kickl für "Heuchelei", die FPÖ habe außerdem vor, einen "dynamischen" Wahlkampf zu führen und damit ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen. "Klartext reden", nennt das Kickl. Einen Kampf um die Reihung auf dem Wahlzettel mit dem BZÖ befürchtet Kickl zumindest nicht, "wir sind mit zwei Leuten bei der Bundeswahlkommission vertreten, das BZÖ hat niemanden". (APA)

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