Familien von britischen Irak-Opfern wollen Kriegsgründe untersuchen

28. Juli 2006, 16:41
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Berufungsgericht wischt Bedenken der Regierung beiseite

London - Die Familien mehrerer im Irak gefallener britischer Soldaten haben einen wichtigen juristischen Sieg gegen die Regierung in London errungen. Das Berufungsgericht in London gab mit seiner Entscheidung am Mittwoch den Familien von vier Soldaten die Befugnis, eine unabhängige Untersuchung zu den Gründen für die Teilnahme Großbritanniens an der US-geführten Invasion im Irak zu beantragen. Die Angehörigen der Kriegsopfer hatten der Regierung von Premierminister Tony Blair vorgeworfen, die Entsendung von britischen Truppen in den Irak mit einer "Serie von Lügen" begründet zu haben.

Die Anwälte der britischen Regierung hatten den Antrag kritisiert. Sie gaben an, dass eine richterliche Untersuchung die Machtbefugnisse unzulässigerweise von der Exekutive zur Judikative verlagern würde. In erster Instanz hatte ein Londoner Gericht ihnen recht gegeben. (APA)

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