"Druck machen, Boden gut machen"

30. Juli 2006, 15:35
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Für Michael Schumacher soll Hockenheim der nächste Schritt seiner Aufholjagd werden, na­türlich mit einem Sieg

Stuttgart - Mit einem "Schuss Extra-Motivation" will Michael Schumacher seine viel versprechende Aufholjagd auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso beim Heimrennen fortsetzen. Nach zwei glanzvollen Siegen in Folge will der siebenfache Formel-1-Weltmeister in seinem möglicherweise letzten Auftritt in Hockenheim mit einem Hattrick den Rückstand auf den Renault-Rivalen weiter reduzieren und sich gleichzeitig für die schmerzhafte Vorjahrespleite revanchieren.

Schumachers Marschroute für den Großen Preis von Deutschland am Sonntag ist klar: "Druck machen, Boden gut machen, erneut siegen." Wie zuletzt in Indianapolis und Magny-Cours dürften auch beim zu erwartenden Hitzerennen in Hockenheim die Reifen der Schlüssel zum Sieg sein. Hier scheint Ferrari mit Bridgestone gegenüber Renault mit Michelin inzwischen ein wenig die Nase vorn zu haben. Renault-Teamchef Flavio Briatore forderte deshalb vom französische Partner ein höheres Entwicklungstempo: "Michelin soll endlich aufwachen." Alonso umschrieb seine Unzufriedenheit diplomatischer: "Ich bin sicher, Michelin will wieder Weltmeister werden."

"Es ist kein Geheimnis, dass wir den Hattrick schaffen wollen"

Gelingt es dem Titelverteidiger nicht schnell, in diesem Bereich das Lenkrad herumzureißen, könnte Schumacher den einst weit enteilten Spanier im WM-Rennen noch überholen. Vor dem zwölften Saisonlauf liegt der Rekord-Champion mit 79 Punkten noch 17 Zähler hinter Alonso (96). In den USA und in Frankreich hat der deutsche Ferrari-Star acht Punkte auf seinen Widersacher wettgemacht. "Es ist kein Geheimnis, dass wir den Hattrick schaffen wollen", sagte Schumacher. "Hockenheim soll der nächste Schritt in unserer Aufholjagd werden."

Angesichts der wachsenden Überlegenheit der Roten gegenüber den Blauen und den stärker aufkommenden Toyota mit Bruder Ralf und Jarno Trulli winkt Schumacher durchaus die Chance, auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs mehr als nur zwei Zähler aufzuholen. Ferrari-Teamchef Jean Todt hofft dabei auf die Unterstützung anderer Bridgestone-Rennställe: "Wichtig ist, dass wir es schaffen, möglichst viele Fahrer zwischen einem das Rennen anführenden Michael Schumacher und Alonso zu bringen." Denn ständig zweite Plätze würden dem Spanier zur Titelverteidigung reichen, selbst wenn Schumacher in allen ausstehenden sieben WM-Läufen siegen sollte. Deshalb ist der 88fache Grand-Prix-Gewinner auf Schützenhilfe angewiesen.

Kein Hockenheim 2007

Im 30. Großen Preis von Deutschland auf der Traditionsstrecke kann sich Schumacher zumindest der Schützenhilfe zehntausender "Rotkäppchen" sicher sein. "Natürlich bauen wir auch auf die Unterstützung der Fans, die wir fest mit einberechnen", sprach der Hobby-Kicker seinen Anhängern die Rolle des "zwölften Mannes" zu. Seine beiden Erfolge und die Möglichkeit, dass der Superstar letztmals im Motodrom zu sehen sein könnte, haben den Ticketverkauf mächtig angekurbelt. Vieles spricht zwar dafür, dass Schumacher 2007 weiterfährt, aber noch viel wahrscheinlicher ist, dass Hockenheim im kommenden Jahr aus dem WM-Kalender fällt und der deutsche Grand-Prix auf dem Nürburgring stattfindet. Was 2008 passiert, steht noch in den Sternen.

Alonso und Renault drücken unterdessen ganz andere Sorgen: Sie müssen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. "Wir haben hart gearbeitet und werden zurückschlagen", kündigte Technik-Direktor Pat Symonds an. Diese Vorhersage hatte er auch vor dem Heimrennen in Magny-Cours getroffen - und Schumacher hatte Renault die Party verdorben. Alonso hofft darauf, dass sein Team wieder zur alten Stärke der ersten Saisonhälfte zurückfindet. "Daran müssen wir wieder anknüpfen und unseren Job zu Ende bringen", forderte er bei der technischen Weiterentwicklung im Wettrennen mit Ferrari eine Tempoverschärfung.

Schließlich will Alonso doppelten Grund zum Feiern haben: Einen Tag nach seinem 25. Geburtstag will er sich am Sonntag mit seinem siebenten Saisonsieg selbst beschenken. "In Deutschland zu gewinnen könnte wegen des psychologischen Aspektes mehr als zehn Punkte wert sein", stichelte der Spitzenreiter. "Es würde mir eine Menge bedeuten, hier meinen Vorjahressieg zu wiederholen." (APA/dpa)

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    Christo hätte seine Freude.

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