Wien bietet Berufsberatung für Asylberechtigte

26. Juli 2006, 19:27
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Projekt "Perspektive" mit 500 Euro Weiterbildungsgeld um Menschen rasch in den Arbeitsprozess einzugliedern

Wien - Asylberechtigte dürfen in Österreich zwar arbeiten, finden aber nur selten einen Job. In Wien bietet ihnen das Projekt "Perspektive" nun Berufs- und Bildungsberatung. Ein Weiterbildungsgeld in Höhe von 500 Euro pro Person soll bei der Jobsuche helfen. Seit April wurden 129 Personen beraten. Bis Jahresende sollen es 300 sein.

"Asyl erhält man auf Grund internationaler Verpflichtungen, nicht auf Grund politischer Großzügigkeit oder als Almosen", betonte Wiens Integrationsstadträtin Sonja Wehsely (S). Weil Asylberechtigte meistens in Österreich blieben, sei es sinnvoll und eine notwendige Investition, sie möglichst bald in den Arbeitsprozess einzugliedern.

Zielgruppe: Asylberechtigte ab 16

Das Wiener Beratungszentrum für Migranten hat daher vor wenigen Monaten das Projekt "Perspektive" ins Leben gerufen. Das Budget beträgt 262.000 Euro und wird von der Stadt Wien, dem Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds (WAFF) und dem Europäischen Flüchtlingsfonds getragen. Zielgruppe sind Asylberechtigte ab 16 Jahren, die 2005 oder 2006 anerkannt wurden, Sozialhilfe beziehen und in Wien gemeldet sind. Das Projekt ist bis Jahresende befristet, dann könnte es nach einer Evaluierung verlängert werden.

"Der berühmte Universitätsprofessor, der dann Taxifahrer ist, ist leider nicht die Ausnahme, sondern üblich", schilderte Wehsely die Problematik. Das bestätigte auch Projektleiterin Elisabeth Eder. Von den bisherigen Klienten hatten 22 Prozent eine Uni-Abschluss und 50 Prozent eine höhere Schule absolviert. Oft seien Zeugnisse aber nicht vorhanden oder würden nicht anerkannt, was nur noch die Perspektive als Hilfsarbeiter offen lasse. Außerdem fehle oft das Wissen über die Spielregeln am Arbeitsmarkt.

Im Beratungszentrum werden Qualifikationen erhoben, Lebensläufe geschrieben, Weiterbildungen empfohlen und Deutschkurse vermittelt. Bis zu sechs Stunden pro Person nimmt man sich dafür Zeit. (APA)

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