Indien gegen 100-Dollar-Laptops

4. August 2006, 10:28
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Bildungsministerium lehnt Teilnahme am Programm "One Laptop per Child" ab - Aktion sei "pädagogisch fragwürdig"

Das ambitionierte Programm "One Laptop per Child" (OLPC) hat einen ersten Rückschlag erleiden müssen. Wie die indische Tageszeitung "The Hindu" berichtet, hat das indische Bildungsministerium die Teilnahme am Programm abgelehnt.

"Pädagogisch fragwürdig"

Staatssekretär Sudeep Banerjee vom Ministry of Human Resource Development legte in einem Brief seine Sichtweise dar, und bezeichnete das Vorhaben, jedem Kind einen Computer auszuhändigen, als "pädagogisch fragwürdig". Es bestehe die Möglichkeit, dass das Programm dem Ziel entgegenstehe, die kreativen und analytischen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln. Außerdem würden zunächst einmal Klassenräume und qualifizierte Lehrkräfte dringender benötigt als "originelles Werkzeug".

Keine Begeisterung

Banerjee berichtete weiters, dass laut der Aussage eines Abgesandten der indischen Regierung, der an einer Präsentation des OLPC-Projekts teilnahm, außerhalb der USA kaum Begeisterung für das OLPC-Projekt gegeben sei. Aus Sicht der indischen Regierung hat sich zudem noch kein "wichtiges Land" gefunden, das am Projekt teilnehmen will.

Teilnehmer

Andererseits berichten Medien über erfolgreiche Verhandlungen und Vertragsabschlüsse rund um das OLPC-Projekt. So soll Nigeria bereits eine Million 100-Dollar-Laptops bestellt haben, auch Ägypten und Sambia seien kurz vor einem Vertragsabschluss. Die ersten Geräte werden laut Angaben von Mary Lou Jepsen vom OLPC im Frühjahr 2007 ausgeliefert werden.(red)

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