Pröll kritisiert Grasser

26. Juli 2006, 10:27
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ÖVP-Landeschef zu Yachtausflug mit Bankier Flöttl: "Frage des Stils" - Absage an Westenthalers Wunsch nach Innenressort

Wien - Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V) übt Kritik am Yachtausflug von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) mit dem Bankier Julius Meinl und dem in die BAWAG-Affäre verstrickten Investmentbanker Wolfgang Flöttl. In den "Salzburger Nachrichten" (Mittwoch-Ausgabe) sagt Pröll: "Durch so etwas kommt nicht unbedingt eine schöne Farbe in die Szenerie. Aber es lohnt gar nicht, sich damit näher auseinanderzusetzen".

Stilfrage

Auf die Frage, ob der Ausflug auf Kosten eines Bankers nicht unvereinbar mit Grassers Funktion als Finanzminister sei, sagte Pröll: "Das ist eine Frage des persönlichen Stils und der Maßstäbe, die man an sich selbst anlegt, wenn man in der Öffentlichkeit steht und Kontrollfunktionen wahrzunehmen hat." Ihn, Pröll, habe jedenfalls noch niemand auf eine Yacht eingeladen.

Innenministerium

Wenig Sympathie zeigte der Landeschef für die Forderung BZÖ-Chef Peter Westenthalers, nach der Wahl das von Prölls Vertrauter Liese Prokop (V) geführte Innenministerium dem BZÖ zuzuschlagen: "Er sollte das Fell des Bären erst verteilen, wenn der Bär erlegt ist. In einer Zeit, in der man nicht einmal weiß, ob das BZÖ überhaupt ins Parlament kommt, eine Anwartschaft auf ein Ministerium zu erheben, scheint mir gewagt zu sein", sagte Pröll, der von sich betont, "nicht prinzipiell ein Gegner der Großen Koalition" zu sein. (APA)

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    Pröll zu Grassers Yachtausflüg mit Bankier Flöttl: "Das ist eine Frage des persönlichen Stils und der Maßstäbe, die man an sich selbst anlegt, wenn man in der Öffentlichkeit steht und Kontrollfunktionen wahrzunehmen hat."

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