Eitzinger überrascht mit Sieg vs. Marach

23. Juli 2007, 11:44
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Glattes 6:3,6:0 gegen den unter Flutlicht sehbehinderten Favoriten aus Graz; damit bleibt Melzer weiter Nummer eins in Österreich

Kitzbühel - Nicht der favorisierte Oliver Marach sondern Lokalmatador Rainer Eitzinger ist der vierte Österreicher in der zweiten Runde des mit 646.250 Euro dotierten Generali open in Kitzbühel. Der in der Weltrangliste fast 100 Plätze hinter Marach (Nr. 88) liegende Tiroler schlug seinen von Sehproblemen behinderten Trainingspartner unter Flutlicht überraschend glatt mit 6:3,6:0 und trifft am Mittwoch auf den als Nummer 9 gesetzten Argentinier Agustin Calleri.

Marach hat damit auch die Chance vergeben, Jürgen Melzer als Nummer eins in Österreich abzulösen. Der Grazer schien zunächst wie erwartet überlegen, vergab bei 3:3 im ersten Satz aber gleich vier Breakbälle und das war gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende. Denn Eitzinger brachte seinen Aufschlag doch noch durch und geriet danach in einen einzigartigen Spielrausch. Er gewann die folgenden neun Games in Folge und verpasste Österreichs Nummer zwei damit sogar die Höchststrafe.

Marachs Leiden war nach nur 63 Minuten der Night Session vorbei. "Ich habe einfach diese Probleme am rechten Auge. Deshalb habe ich weit unter meinem Niveau gespielt und bin von Schlag zu Schlag unsicherer geworden", sagte Marach. Der vorerst verlorene Kampf um die Nummer eins in Österreich sei insofern egal, "weil nur wirklich wichtig ist, dass wir in der Weltrangliste weiter vorne sind als derzeit. Rainer hat sehr gut gespielt, ich muss ihm gratulieren."

Für den 23-jährigen Eitzinger war es im 3. Auftritt auf der ATP-Tour der 2. Sieg. Der gebürtige Schwazer, der stets mit Kopftuch im "Piratenlook" spielt, hatte vergangenen Herbst schon mit einem Erstrundensieg beim Stadthallen-Turnier in Wien überrascht. In der Weltrangliste liegt Eitzinger derzeit auf Platz 174, das soll sich bald ändern.

"Ich bin schon sehr überrascht, dass es so gelaufen ist. Aber Oliver hatte es durch die Favoritenrolle sicher sehr schwer, außerdem kennen wir uns in- und auswendig", sagte Eitzinger. Seine Erklärung: "Ich war nervös, aber auch sehr motiviert. Außerdem habe ich besser serviert als normal."(APA)

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