Moskau attackiert UNO-Chefanklägerin del Ponte

16. Juni 2000, 12:49

Ihre Entscheidung, Völkerrechtsverletzungen durch die NATO nicht zu untersuchen, sei "tendenziös und politisiert"

Moskau - Als "tendenziös und politisiert" hat das russische Außenministerium am Freitag den Beschluss der schweizerischen Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien, Carla del Ponte, kritisiert, "die Untersuchung von Fakten der Verletzung des humanitären Völkerrechts durch die NATO bei der bewaffneten Aktion gegen die Bundesrepublik Jugoslawien zu verweigern". Dieser Beschluss basiere auf einem Bericht, dem eine "unverhüllte Pro-NATO-Position zugrunde liegt", erklärte das Moskauer Außenamt.

"Ohne zusätzliche Informationen von den beteiligten NATO-Ländern gefordert zu haben, schließt die Anklägerin hastig das Kapitel", heißt es in der russischen Außenamtserklärung. Mit der Behauptung, dass die NATO nicht die Absicht gehabt hätte, zivile Personen und Objekte anzugreifen, und "alle nur möglichen Maßnahmen" getroffen worden seien, um die Zahl der Opfer auf ein Minimum zu reduzieren, würden die Experten des Tribunals die Operationen der Allianz rechtfertigen. "All das zeugt davon, dass Carla del Ponte eine tendenziöse und politisierte Entscheidung getroffen hat, die revidiert werden muss". (APA/ITAR-TASS)

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