UNO bittet um 150 Millionen Dollar an Hilfe

27. Juli 2006, 10:30
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Israelis erlauben Flüge nach Beirut

Beirut/Jerusalem - Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, Finanzhilfen für die insgesamt 800.000 Flüchtlinge des Libanon-Krieges aufzubringen. Die UNO brauche insgesamt 150 Millionen Dollar, sagte er. In der Nacht zum Dienstag reiste er nach Israel, um über Flüchtlingskorridore aus den Kampfgebieten zu verhandeln. Die israelische Führung erlaubte es indes Hilfsgüterflügen, auf dem Beiruter Flughafen zu landen.

Egeland machte am Dienstag erstmals auch die Hisbollah-Milizen für die hohe Opferzahl im Libanon mitverantwortlich. Diese mischten sich "feige unter Frauen und Kinder". In Beirut hatte der UN-Diplomat Israel wegen seiner "unverhältnismäßigen"Gewaltanwendung kritisiert.

Nach Schätzungen des Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) sind 150.000 Libanesen in das benachbarte Syrien geflohen. Rund 500.000 Menschen wurden zu Binnenflüchtlingen. Hinzu kommen etwa 100.000 Drittstaatsangehörige aus 20 Ländern, die nach Zypern, Syrien und in andere Länder ausgereist sind. Zypriotische Behörden teilten mit, dass bereits mehr als 30.000 Flüchtlinge die Mittelmeerinsel erreicht hätten. Man sei am Ende der Kapazitäten, Vorräte und Mittel zur Verpflegung der Menschen gingen aus, hieß es in Nikosia.

Österreichs Hilfe

Die österreichische Bundesregierung beschloss am Dienstag 500.000 Euro Sonderhilfen für den Libanon und 200.000 Euro für die Palästinensergebiete freizugeben. 300 Österreicher wurden inzwischen außer Landes gebracht. Einige hielten sich aber noch freiwillig im Libanon auf, hieß es im Außenamt. Die Evakuierung eines SOS-Kinderdorfes durch Cobra-Beamte wurde indes auf unbestimmte Zeit verschoben. (red/ DER STANDARD, Printausgabe, 26.7.2006)

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