Arsenal der Überraschungen

27. Juli 2006, 13:15
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Verfügt die Hisbollah über Langstreckenraketen und Biowaffen?

Beirut - Spekulationen über die "Überraschungen", die Hassan Nasrallah, der Generalsekretär der Hisbollah letzte Woche angekündigt hat mehren sich. Der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes Amos Yadlin sagte zwar, dass Hisbollah damit nur Angstgefühle auslösen will. Gleichzeitig bezeichnete er die Existenz von Raketen mit längerer Reichweite als reelle Möglichkeit. "Hisbollah könnte auch versuchen neue Soldaten und Zivilisten zu entführen", so Yadlin. Angriffe auf israelische Einrichtungen im Ausland könnten nicht ausgeschlossen werden.

Angriffe ausweiten

Der libanesiche Hisbollah-Pressesprecher, Hussein Nabulsi versicherte zwar die Existenz zusätzlicher Waffen, verweigerte aber weitere Informationen. "Wenn ich Ihnen darüber Auskunft geben würde, wäre es keine Überraschung mehr." Weniger bedeckt gab sich am Montag der offizielle Vertreter der Hisbollah im Iran. Hussein Safiaddine erklärte seine Organisation werde die Angriffe auf Israel ausweiten. "Es wird keinen Platz mehr geben, an dem die Menschen in Israel sicher sind." Safiaddine ging sogar soweit, den "Krieg als den Beginn des Ende Israels" zu bezeichnen. Außerdem würde es einen neuen Mittleren Osten geben, ganz anders, als es sich US-Außenministerin Condolezza Rice vorstelle.

Israel beschuldigte mehrfach den Iran, die Hisbollah mit den Raketen ausgestattet zu haben, die immer wieder Haifa erreichten. Hisbollah-Spezialistin Amal Saad-Ghorayeb von der amerikanisch-libanesischen Universität: "Hisbollah verfügt sicher über alle Raketen, die in den Waffenlagern des Irans lagern." Das militärische Reservoir und die Kapazitäten seien noch lange nicht ausgeschöpft. "Die ungebrochene Fähigkeit, Raketen nach Israel zu schicken und trotz Bombardierung den israelischen Bodentruppen zu begegnen, ist ein Zeichen für ihre militärische Stärke." Ein anderer Hisbollah-Insider versicherte, in den unterirdischen Bunkern der Hisbollah lägen auch chemische und biologische Sprengköpfe. Diese seien allerdings nur als "allerletztes Mittel" gedacht. (Alfred Hackensberger aus Beirut/DER STANDARD, Printausgabe, 26.7.2006)

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    Hisbollah-TV auch in Damaskus: Der libanesische Sender al-Manar zeigte am 16. Juli Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah, als er meinte, der Kampf habe gerade erst begonnen.

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