Selbstmordanschlag auf Kontrollposten in Bagdad

28. Juli 2006, 16:23
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Mindestens vier Tote - Zahlreiche Anschläge und Kämpfe auch am Montag

Bagdad - Ein Selbstmordattentäter hat sich am Dienstag in Bagdad an einem Kontrollposten der Sicherheitskräfte in die Luft gesprengt und mindestens drei Polizisten mit sich in den Tod gerissen. Bei einem Angriff auf das Büro eines prominenten Scheichs in der nordirakischen Stadt Tikrit wurde unterdessen ein führender Vertreter des Stammes von Ex-Diktator Saddam Hussein getötet, wie die Polizei am Dienstag berichtete.

Mahmoud Ali Hussein al-Nida sei zusammen mit einem weiteren Mann bei dem Treffen am Montagabend getötet worden, hieß es. Scheich Misahim al-Mustafa und zwei weitere Personen seien verletzt worden.

Zahlreiche Anschläge und Kämpfe am Montag

Das Blutvergießen im Irak geht weiter. Mindestens 16 Menschen kamen bei Anschlägen und Kämpfen ums Leben. Außerdem wurden die Leichen von 14 Menschen gefunden, die offenbar hingerichtet wurden. Unbekannte Bewaffnete entführten in der Nähe der nordirakischen Stadt Baquba fünf Landarbeiter, folterten und erschossen sie. In Bagdad starben am Montagabend vier Polizisten bei einem heftigen Feuergefecht mit Aufständischen. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki traf indessen zu einem Besuch in Washington ein, wo er am Dienstag mit US-Präsident George W. Bush zusammentreffen wollte.

Die Leichen der fünf Landarbeiter, die am Dienstag von der Polizei gefunden wurden, wiesen Spuren von Folterungen auf. Baquba ist die Hauptstadt der Provinz Diyala nördlich von Bagdad, die mehrheitlich von Sunniten bevölkert ist, in der aber auch viele Schiiten und Kurden leben. In Suwayra, 40 Kilometer südlich von Bagdad, wurden die Leichen von sieben Menschen gefunden, die offenbar hingerichtet worden waren. Bei Falluja fanden Sicherheitskräfte die Leichen von zwei durch Schüsse getöteten Personen.

In der den Schiiten heiligen Stadt Kerbala, 100 Kilometer südlich von Bagdad, wurden am Dienstag ein Agraringenieur und ein 65-jähriger Mann erschossen, teilten Krankenhausärzte mit. Am Vortag waren in der Stadt bei verschiedenen Überfällen sieben Menschen ermordet worden.

Bei dem Feuerkampf in der berüchtigten Bagdader Haifa-Straße mit vier toten Polizisten wurden auch 36 Menschen verletzt. Die Ordnungshüter waren in einen Hinterhalt der Aufständischen geraten. Ein Polizist wurde durch die Explosion einer Bombe am Straßenrand getötet, ein weiterer Polizist durch Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto. Im Ort Ishaqi nördlich von Bagdad wurde ein Polizist auf dem Weg zur Arbeit erschossen.

Bei einem Gefecht zwischen US-Truppen und der Miliz des radikalen schiitischen Predigers Moktada al-Sadr starben in Diwaniya, 200 Kilometer südlich von Bagdad, ein Militanter und zwei Zivilisten, fünf weitere Zivilisten wurden verletzt, bestätigte die örtliche Polizei. Auf der Hauptstraße zwischen Bagdad und Kirkuk starben zwei Lkw-Lenker, als ihre Tankwagen mit Granaten beschossen wurden. Ein Wagen ging in Feuer auf. Bei einem Autobombenanschlag auf eine US-Militärpatrouille im nordirakischen Mossul wurden vier Personen verletzt.

Zwei US-Soldaten kamen bei zwei separaten Zwischenfällen in der westlichen Provinz Anbar durch "feindliche Aktivitäten" ums Leben. Dies gab das US-Militärkommando in Bagdad in der Nacht zum Dienstag bekannt, ohne Einzelheiten zu nennen. (APA/dpa/AP/Reuters)

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