Burgenland erhält ab 2007 mehr EU-Mittel für grenzüberschreitende Projekte

26. Juli 2006, 16:39
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29 Millionen Euro "Ziel 3"-Förderungen bis 2013 - Burgenland beteiligt sich auch an Programm mit Slowenien

Eisenstadt - Während sich für das Burgenland im Phasing Out ab 2007 der EU-Fördertopf gegenüber der bisherigen "Ziel 1"-Förderung verringert, soll es für grenzüberschreitende Projekte mit EU-Nachbarländern künftig mehr Mittel geben. Im Zeitraum 2007 bis 2013 stehen dem Burgenland dazu unter dem Titel "Ziel 3 - Europäische territoriale Zusammenarbeit" rund 29 Mio. Euro zur Verfügung. Das seien um etwa 20 Prozent mehr als zuletzt im Rahmen der Interreg-Förderung, so Landeshauptmann Hans Niessl (S) heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

"Ziel 3" tritt an die Stelle der auslaufenden Interreg-Förderungen, für die das Burgenland von 2000 bis 2006 rund 22 Mio. Euro EU-Subventionen erhielt. Im Rahmen von Interreg IIIA ist das Burgenland an gemeinsamen Programmen mit Ungarn und der Slowakei beteiligt. Ab 2007 soll es über "Ziel 3" außerdem eine Beteiligung am Programm mit Slowenien geben, so Niessl.

Seit 2001 wurden im Burgenland insgesamt 107 Interreg IIIA-Projekte mit Ungarn und 24 mit der Slowakei gebilligt, bilanzierte der Landeshauptmann. Bund, Land und EU förderten Interreg seit 2001 mit insgesamt 42,2 Mio. Euro, die Gesamtprojektkosten bezifferte Niessl mit rund 55 Mio. Euro. Knapp 8 Mio. Euro brachte das Burgenland zur Kofinanzierung auf.

Gesundheit, Kultur und Ausbildung

Im Interreg-Programm mit Ungarn seien 20,6 Mio. Euro EU-Mittel gebunden, der Ausschöpfungsgrad liege bei rund 99,6 Prozent. In gemeinsame Projekte mit der Slowakei flossen 3,8 Mio. Euro von der EU, die Gelder seien "zu fast 100 Prozent" ausgeschöpft: "Wie im Ziel 1-Programm lassen wir auch im Interreg-Programm keinen Förder-Euro in Brüssel liegen", sagte Niessl. "Ziel 3"-Förderschwerpunkte sollen künftig die Bereiche Gesundheit, Kultur und Ausbildung sowie Klein- und Mittelbetriebe, Tourismus, Naturschutz und grenzüberschreitende Infrastruktur bilden.

Im Rahmen der Euregio und in der Europaregion Mitte (Centrope) soll auch ein Schwerpunkt Erneuerbare Energie gesetzt werden, meinte Niessl: "Das Burgenland kann hier sehr viel einbringen." Das unter der Federführung des Bundeskanzleramtes erstellte Programm für "Ziel 3" werde bis Ende des Jahres fertig sein, so Regionalmanagement Burgenland (RMB)-Chef Georg Schachinger. Das in den vergangenen Jahren im Bereich Interreg IIIA gesammelte Know-How werde man auch im neuen Programm verwerten können: Das RMB soll wieder die Förderstellenfunktion übernehmen. (APA)

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