Medizin-Quotenregelung "rettete" Österreicher

13. Juli 2007, 13:53
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Studienplätze an Med-Unis sind vergeben - Nach Testergebnissen wären nur 46 Prozent der Plätze an InländerInnen gegangen, Quote sieht jedoch 75 Prozent vor

Wien - Die neue "Quotenregelung" für das Medizin-Studium, wonach an den Medizin-Unis 75 Prozent der Anfänger-Studienplätze für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert sind, hat die heimischen Maturanten "gerettet". Laut den am Dienstag veröffentlichten Ergebnissen des am 7. Juli in Wien und Innsbruck durchgeführten Eignungstest für das Medizin-Studium (EMS) wären auf Grund der reinen Test-Ergebnisse nämlich sonst nur 46 Prozent der Anfänger-Studienplätze im Herbst an Österreicher gegangen. Mit 52 Prozent der Löwenanteil wäre auf Bewerber aus anderen EU-Staaten (vor allem Deutsche) entfallen, die sich so mit nur 20 Prozent der 1.140 Anfänger-Studienplätze in Wien und Innsbruck begnügen müssen.

Unterschiede

Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen Wien und Innsbruck: Ohne Quote wären in Wien immerhin 60 Prozent der Plätze an Österreicher gegangen, in Innsbruck dagegen nur 30 Prozent. Grund: In Innsbruck traten wesentlich mehr Deutsche an als in Wien. Insgesamt waren die österreichischen Test-Teilnehmer mit 51,3 Prozent nur knapp in der Überzahl.

Zum EMS traten in Wien 2.261 Bewerber an, in Innsbruck 1.424 - das macht insgesamt 3.645. Insgesamt 40 Personen beendeten die ganztägige Prüfung nicht. Für sie standen 1.140 Studienplätze zur Verfügung - 740 (555 für Österreicher, 148 für EU-Ausländer, 37 für Nicht-EU-Ausländer) in Wien und 400 (300 für Österreicher, 80 für EU-Ausländer, 20 für Nicht-EU-Ausländer) in Innsbruck.

Neue Zugangsregelung

Anlass für die Einführung des Tests war das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) über die österreichische Uni-Zugangsregelung im Vorjahr und der darauf folgende starke Andrang von deutschen Studienwerbern vor allem in Medizin. In Folge hat der Nationalrat Anfang März die neue "Quotenregelung" für das Medizin-Studium beschlossen. Demnach stehen 75 Prozent der Studienplätze Bewerbern mit österreichischem Maturazeugnis zur Verfügung, 20 Prozent für solche aus anderen EU-Ländern und fünf Prozent aus anderen Staaten.

Eignung statt Wissen

Beim EMS wurde kein Fachwissen abgefragt, sondern die Eignung für das medizinisch-naturwissenschaftliche Studium überprüft. Getestet wurden verschiedene relevante Studien-Fähigkeiten wie medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Umgang mit Zahlen, Einheiten und Formeln, Textverständnis etc.

Ergebnisse online

Am Freitag gehen die genauen Ergebnisse online, die Kandidaten werden auch per Mail verständigt. Anschließend haben die Erfolgreichen 20 Tage Zeit, um entweder zu inskribieren oder eine schriftliche Erklärung abzugeben, dass sie den Studienplatz annehmen.

Anmeldung in Graz

Anders wird die Studienzulassung an der dritten Medizinischen Uni in Graz gehandhabt. Am 7. Juli fand eine persönliche Anmeldung an der Uni statt, zu der insgesamt 915 Personen - darunter 545 Österreicher und 295 Deutsche - erschienen sind. Diese müssen sich nun am 1. September einem schriftlichen Multiple-Choice-Test unterziehen, bei dem vor allem das schulische Vorwissen der Bewerber aus den für die Medizin relevanten Bereichen der Biologie, Chemie, Physik und Mathematik abgefragt wird. Die Quotenregelung gilt auch für die Medizin-Uni Graz. (APA)

    <p>Am 7. Juli absolvierten die Bewerber in Wien und Innsbruck den neuen Eignungstest. </p>
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