TV-Rechte: Ende der Exklusivität

28. Juli 2006, 15:01
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Bundesliga will für kommende Saison Paketangebote schnüren - Mehrere Sender können zum Zug kommen

Wien - Die TV-Übertragung der Fußball-Bundesliga könnte bald in "nie da gewesener" Form stattfinden, wie Bundesliga-Vorstand Georg Pangl ankündigte. Künftig sollen die Fernsehrechte nicht mehr in einem großen Exklusivvertrag, sondern in mehreren Paketen vergeben werden. Derzeit sei man dabei, die Rechtepakete intern zu schnüren - Ende 2006 sollen diese ausgeschrieben werden. "

Den Plänen zufolge könnten die verschiedenen Sender dann etwa die Rechte für einzelne Live-Spiele sowie ein Zusammenfassung erwerben. Damit könnte auch der ORF wieder zum Zug kommen. ORF-Sportchef Elmar Oberhauser äußerte sich auf Anfrage der APA abwartend: "Ich kenne diese Pläne nicht." Wie der ORF mit dieser neuen Form der Rechtevergabe umgeht, werde man sehen, wenn die Pläne auf dem Tisch liegen, so Oberhauser.

Derzeit liegen die Live-Rechte für Österreichs zwei Profi-Fußball-Ligen (T-Mobile Bundesliga und Red Zac Erste Liga) exklusiv beim Pay-TV-Sender Premiere und bei ATV. Die Privaten hatten für den Dreijahresvertrag mit der Bundesliga im Jahr 2004 42 Millionen Euro auf den Tisch gelegt und damit den ORF ausgebootet - der öffentlich-rechtliche Sender hatte damals erklärt, sich keinen Preiskampf mit Premiere und ATV liefern zu wollen beziehungsweise zu können.

Vertrag läuft aus

Der Vertrag mit den Privaten läuft mit der aktuellen Saison 2006/07 aus. Der ORF hatte zuletzt mehrfach angekündigt, sich um die TV-Rechte bewerben zu wollen. Einen Preiskampf versucht die Bundesliga nun offensichtlich von vornherein zu vermeiden - mit der neuen Regelung könnten die unterschiedlichen Parteien nebeneinander bestehen, meinte Pangl.

Bei der Radioübertragung der Bundesliga greift man indes auf Bewährtes zurück: Die Saison 2006/07 wird auch heuer wieder im ORF-Radio zu hören sein. Der entsprechende Vertrag wurde am Dienstag von Hörfunkdirektor Kurt Rammerstorfer sowie den Bundesliga-Vorständen Pangl und Reinhard Herovits im Funkhaus unterzeichnet. (APA)

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