"Voodoo-Affäre" in Oberösterreich weitet sich aus

27. Juli 2006, 11:10
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Jeden Tag melden sich weitere Geschädigte

Die am Wochenende aufgeflogene "Voodoo-Affäre" in Oberösterreich weitet sich aus. Jeden Tag melden sich nach den Berichten in den Medien über den im Innviertel festgenommen 61-jährigen "Magier" und seine 51-jährige Ehefrau neue Geschädigte, berichteten die Ermittler. Bis Dienstag ist demnach der von dem Pärchen angerichtete Schaden schon auf mehrere hunderttausend Euro angewachsen.

Die Sicherheitsdirektion Oberösterreich hatte am Sonntag die Festnahme der beiden bekannt gegeben. Sie stehen in dringendem Verdacht, seit Jänner 2003 zahlreichen Personen jeweils zum Teil erhebliche Geldsummen entlockt zu haben indem sie ihnen vorgaukelten, ihre Probleme - unter anderem unheilbare Krankheiten, unerfüllte Partner- oder Kinderwünsche sowie finanzielle Nöte - durch Voodoo-Zauber, schwarze Magie sowie "Opfer- und Blutrituale" lösen zu können.

Betäubende Mittel

Dabei wendete der Hexer nicht nur diverse obskure Rituale an, er soll seinen Opfern auch betäubende Mittel verabreicht haben. Wenn die Betrogenen seine Dienste wegen Erfolglosigkeit nicht mehr weiter in Anspruch nehmen wollten, wurden sie von dem Mann - der offenbar über besondere psychologische Fähigkeiten verfügt - mit der Drohung, dass dann Furchtbares - etwa der Tod von Angehörigen - passieren würde, zum Weitermachen und -Bezahlen bedrängt.

Weitere Geschädigte meldeten sich

Einem Landwirt, in dessen Stall aus ungeklärten Gründen Tiere verendeten, soll der Hexenmeister damit insgesamt rund 155.000 Euro aus der Tasche gezogen haben. Ein Mühlviertler musste nach zweijähriger Behandlung, für die er 80.000 Euro bezahlte, in Privatkonkurs gehen. Seine Anzeige brachte das Pärchen hinter Gitter. Anderen verkaufte der Magier um teures Geld "Reichtumsmünzen", die enormen Gewinn in Form von einem Lotto-Sechser oder einer Erbschaft bringen sollten. Weil sie nicht wirkten, drehte der 61-Jährige den Käufern zusätzlich auch noch einen Stein an, der die Münzen "aufladen" sollte.

Am Dienstag meldeten sich weitere zwei Geschädigte: Ein Mann aus dem Bezirk Perg, der angab, um 10.000 Euro erleichtert worden zu sein und eine Frau aus Wels, die ebenfalls eine erhebliche Summe bezahlt hat. Die Zahl der Geschädigten ist damit schon auf über 30 gestiegen. (APA)

Nachlese

Voodoo-Zauber: Innviertler Paar kassierte für schwarze Magie - In einem Einzelfall betrug der Schaden 80.000 Euro

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