Berlusconi "entführte" seine Frau und verkleidet sich als Marokkaner

31. Juli 2006, 17:30
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Überraschungsparty in Marrakesch für 50-jährigen Geburtstag von Gattin Veronica

Der italienische Oppositionschef und Medienmagnat Silvio Berlusconi überrascht wieder einmal mit seinen einfallsreichen Ideen. Um den 50-jährigen Geburtstag seiner Frau Veronica zu feiern, hat der Mailänder TV-König seiner Gattin eine Überraschungsfeier in Marrakesch organisiert. Veronica Berlusconi, die ursprünglich ihren Geburtstag im spanischen Bilbao feiern wollte, wurde von ihrem Mann mit einem Privatjet unwissend nach Marrakesch geflogen. Hier wurde eine große Party im berberischen Stil organisiert, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Berlusconi verkleidete sich als Berber, mit vermummten Gesicht forderte er seine unwissende Frau zum Tanz auf. Als diese ablehnte, zog er eine Schatulle mit einem Diamantenkollier aus der Tasche und zeigte sein Gesicht. Danach wurde bis zum frühen Morgen gefeiert. An der Party beteiligten sich die engsten Freundinnen Veronica Larios.

"Die Gefangene von Macherio"

Seit Berlusconis Einstieg in die Politik vor zehn Jahren lebt die auffallende Blonde in einer stark bewachten Luxusvilla in einem kleinen Dorf, Macherio, an der Mailänder Peripherie. "Die Gefangene von Macherio", wird die Ex-First Lady bezeichnet, die das Rampenlicht der Medien bisher rigoros gemieden hat. Mit Berlusconi hat Veronica drei Kinder - Barbara, Luigi und Eleonora. Berlusconi hat von seiner ersten Frau Carla Dell'Oglio noch zwei erwachsene Kinder - Marina und Piersilvio - die längst schon Führungspositionen im Familienkonzern Mediaset innehaben.

"Ich und Silvio sind wie Tag und Nacht"

Die blauäugige Veronica, die in den achtziger Jahren in Berlusconis Mailänder Manzoni-Theater aufgetreten war und dort ihren um 20 Jahre älteren Mann kennen gelernt hat, ist seit 1990 mit dem heutigen Oppositionschef verheiratet. Ihre Schauspielerkarriere weist bis heute nur einige kleine Rollen auf, darunter ein Auftritt in "Tenebre", einem Film des italienischen "Horrorkönigs" Dario Argento. Nach ihren Jahren als Schauspielerin sehne sie sich keineswegs zurück. "Es war eine Phase meines Lebens, die ich zum Glück hinter mir habe. Ich habe gute Erinnerungen daran, aber alles hat seine Zeit. Das Leben zwingt zur Weiterentwicklung", so Veronica Lario.

Im Gegensatz zu ihrem stark extrovertierten und kommunikativen Mann liebt Veronica nicht die Öffentlichkeit. "Ich und Silvio sind wie Tag und Nacht. Er ist wie Ulysses, sein Leben hat etwas Episches. Der Erfolg ist für ihn ein Preis, den man sich verdienen muss. Ich habe jedoch niemals gesehen, dass seine Erfolge er auf übertriebene Weise hätte. Er jubelt mehr über einen Sieg seines Fußballklubs AC Mailand als über seine eigenen Erfolge. Das Glück ist für Silvio, neue Grenzen zu überschreiten, sich ein neues Ziel zu setzen. Er arbeitet immer, das ganze Jahr lang. Er kennt keine Pausen. Sein Streben gilt der Anerkennung, dem Respekt", so Veronica, die unter anderem Herausgeberin der rechtsliberalen Tageszeitung "Il Foglio" ist und sich für die anthroposophischen Lehren Rudolf Steiners interessiert. (APA)

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