Putschversuch und Liebeskommandos

24. Juli 2006, 20:12
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In den silbernen Operetten der 30er-Jahre geht es mitunter politisch zu: "Clivia" von Nico Dostal in der Sommerarena Baden

Hätten Sie gedacht, dass Mai-Geborene sich durch "aggressive Sexualität" auszeichnen und nur mit Juli-Geborenen kompatibel sind? Lelio Down, Reporter der "Chicago Times", versucht mit solchen Astrologentricks die schöne Jola zu erobern, Kommandantin des 1. Amazonen-Korps der Republik Boliguay.

Diese hat einen neuen Präsidenten, den linksnationalen General Olivero, und um ihn zu stürzen, ist auch der Chicagoer Finanzhai Potterton angereist. Filmdiva Clivia Gray, die Präsident Olivero incognito heiratet, fungiert als unwissendes Werkzeug von Pottertons Intrigen. Doch während dessen Putsch scheitert, heißt es für Clivia und Olivero, Lelio und Jola: "In den Sternen steht's geschrieben, du sollst mich alleine lieben!"

In den silbernen Operetten der 30er-Jahre geht es mitunter politisch zu, so auch in Clivia, mit der Komponist Nico Dostal 1933 berühmt wurde. Das Operettenfestival Sommerarena Baden hat das Stück wieder ausgegraben, Regie: Erhard Pauer, musikalische Leitung: Alexander Negrin.

Das Buffo-Paar ist die große Stärke: René Rumpold als Lelio und Johanna Arrouas als Jola sind schwungvoll, pointensicher und können sogar Stepp-Tanzen. Auch Patricia Nessay als Clivia ist gut. Bloß Michael Zabanoff als Olivero und Klaus Ofczarek als Potterton sind darstellerisch zu schwach. (hast/DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2006)

Sommerarena Baden
02252/48 547
Bis 1. 9.
  • Artikelbild
    foto: sommerarena baden/christian-husar.com
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