Superlative in jeder Hinsicht: Das Festspielprojekt "M22"

20. Juli 2007, 16:43
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Rekord bei den Karteneinnahmen - Viele Festspielbesucher erwarben Karten gleich für mehrere Opern - und bleiben länger als normal in Salzburg

Das ehrgeizige Projekt von Intendant Peter Ruzicka, heuer alle 22 Bühnenwerke von Mozart zur Aufführung zu bringen, stellten die Festspielmacher vor logistische Probleme. Denn normalerweise werden pro Sommer um die sechs Operninszenierungen angeboten. M22sorgt daher in jeder Hinsicht für Superlative.

Es gibt erstmals 14 Spielorte, statt üblicherweise 70 wurden 150 Solisten und zudem 24 Orchester verpflichtet. Auch das mediale Interesse ist enorm: 600 Journalisten haben sich akkreditiert, 200 mussten abgewiesen werden.

Das vom Festspielkuratorium genehmigte Budget ist mit 51,4 Millionen Euro um rund 7,5 Millionen höher als 2005, die Subvention der öffentliche Hand wurde für das Mozartjahr um 2,5 Millionen auf 14 Millionen Euro angehoben. Der Eigendeckungsgrad beträgt daher 73 Prozent: "Wir haben die Latte für den künftigen Intendanten sehr hoch gelegt", stellt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler fest.

Insgesamt stehen bis 31. August 235 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter 87 Opernvorstellungen - doppelt so viele wie in einem normalen Jahr. Insgesamt legten die Festspiele heuer rund 245.000 Karten auf (davon allein 105.000 für die Opernproduktionen). Das sind um 40.300 Karten mehr als 2005.

Die Angst vor einem wirtschaftlichen Bauchfleck ist längst gebannt: Schon zu Jahresbeginn war klar, dass M22erstaunlich gut angenommen wird. Viele Festspielbesucher erwarben Karten gleich für mehrere Opern - und bleiben länger als normal in Salzburg.

Le nozze di Figarohätten die Festspiele sogar 50-mal ansetzen können - und das neue Haus für Mozart wäre trotzdem immer ausverkauft. Denn die Produktion, die heute ihre Premiere erlebt, ist mehr als siebenmal überbucht. Eine nicht zu befriedigende Nachfrage gibt es zudem für Die Zauberflöteund Don Giovanni, gefolgt von Idomeneo, La clemenza di Titound Mitridate, wie Andreas Vrtal, der Chef des Kartenbüros, erklärt.

Es konnten bereits 91 Prozent aller Karten verkauft werden; die Einnahmen werden daher sicher höher sein als die prognostizierten 26,2 Millionen Euro - und eine neue Rekordmarke bedeuten. Vrtal möchte aber niemanden abschrecken: Für fast alle Produktionen sind auf der Homepage noch Karten erhältlich - in der Regel aber nur in den teuersten Kategorien. (Thomas Trenkler/DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2006)

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