Gorbach auf Zickzackkurs

25. Juli 2006, 08:28
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Jüngster offizieller Stand: Der Vizekanzler ist weg aus der Politik - Für Platz auf der Bundesliste wird es immer enger

Vizekanzler Hubert Gorbach(BZÖ) hat sich offenbar Jörg Haider zum Vorbild genommen: In "Bin-schon-weg-und-bin-wieder da"-Manier kündigt er mal an, in die Privatwirtschaft zu wechseln, um dann wieder mit einer Verlängerung seiner politischen Karriere zu kokettieren.

Jüngster offizieller Stand: Gorbach ist weg aus der Politik - und fängt nach den Wahlen am 1. Oktober bei seinem Freund, dem Vorarlberger Touristik-Magnaten Walter Klaus an.

So sicher scheint sich Gorbach da allerdings auch nicht zu sein, denn hinter den Kulissen bemüht er sich seit Wochen um ein oranges Mandat - und zwar, wie parteiintern genüsslich kolportiert wird - äußerst intensiv. Infrage käme etwa die Kandidatur als Spitzenkandidat in Gorbachs Heimat Vorarlberg. Im seinem Büro werden entsprechende Ambitionen auch gar nicht dementiert: Die Listen seien noch nicht erstellt, heißt es abwartend bis hoffnungsfroh.

Für Verwirrung ist gesorgt. Längst wundert man sich bei den Orangen genauso wie in der Öffentlichkeit über die wankelmütigen Zukunftsansagen Gorbachs. "Ich habe drei Monate versucht, ihn für die Spitzenkandidatur zu gewinnen, er wollte aber nicht", meint ein hochrangiger Vorarlberger Funktionär verärgert. Inzwischen habe man jemand anderen gefunden, den man Ende dieser Woche präsentieren will.

Bleibt ein Platz auf der Bundesliste, aber auch da stehen die Chancen für Gorbach schlecht. Ein Haider-Vertrauter: "Mit seinem Zickzackkurs hat er sich selbst aus dem Spiel genommen". (Barbara Tóth/DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2006)

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    Gorbach zwischen hier und weg

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