Ahtisaari: Kein Durchbruch in Statusfrage

28. Juli 2006, 17:51
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UNO-Sonderbeauftragter: Belgrad und Pristina haben ihre Standpunkte "gut" präsentiert - Intensive Gespräche im Sommer

Wien - Beim ersten Wiener Gipfelgespräch über den künftigen Status des Kosovo hat es offenbar keine Annäherung zwischen Belgrad und Pristina gegeben. "Es ist offensichtlich, dass die Positionen der beiden Seiten weit auseinander sind", sagte der UNO-Sonderbeauftragte Martti Ahtisaari nach Abschluss des Treffens der Präsidenten und Ministerpräsidenten von Serbien und dem Kosovo. Die Atmosphäre sei aber besser gewesen "als ich erwartet habe".

Auf die Frage, ob es einen Durchbruch bei dem Treffen gegeben habe, antwortet Ahtisaari mit "Nein". Er habe dies aber auch nicht erwartet. Zweck des Treffens sei gewesen, dass beide Seiten ihre jeweiligen Positionen präsentieren. Sie hätten dies "gut gemacht". Belgrad sei bereit, "fast alles zu geben außer der Unabhängigkeit", während Pristina "nichts als volle Unabhängigkeit" akzeptieren wolle. Er halte weiterhin am Plan fest, bis Ende des Jahres eine Lösung zu finden. Nach dem Mittagessen habe es eine "gute Diskussion" gegeben, von der er "positiv überrascht" gewesen sei.

"Technische" Fragen

"Es tut mir Leid, dass ich die Urlaubspläne der Teilnehmer, so sie welche hatten, zerstören muss", kündigte Ahtisaari intensive Verhandlungen an, die schon in der ersten August-Woche beginnen sollen. Sie sollen jenen "technischen" Fragen gewidmet sein, die ohne Lösung der Status-Frage angegangen werden können, wie Dezentralisierung, Minderheitenrechte, Wirtschaftsfragen oder Schutz der Kulturgüter. Hier wolle er "schnell vorankommen". Ergebnisse in diesen Bereichen könnten sich auch positiv auf die Statusgespräche auswirken, weil damit das Vertrauen beider Seiten gestärkt werde.

Ahtisaari rief Serbien auf, sich an der Verbesserung der Lebensbedingungen im Kosovo beteiligen. Die Schaffung einer multiethnischen Gesellschaft in der südserbischen Provinz sei "nicht möglich, wenn Belgrad es ablehnt, zu kooperieren". (APA)

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