Zierfische im Anti-Terror-Kampf

31. Juli 2006, 12:41
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Reiskärpflinge reagieren wesentlich schneller auf Schadstoffe im Wasser als Filter - Japan setzt die Tiere zur Warnung vor Giftanschlägen ein

Tokio - Im Kampf gegen terroristische Angriffe setzt das Hochtechnologieland Japan auf die Kraft der Natur: Mit Reiskärpflingen, einer häufig gehaltenen Zierfisch-Art, sollen künftig potenzielle Giftanschläge auf die japanische Wasserversorgung aufgedeckt werden, wie Mitsuyoshi Hori, ein Verantwortlicher für das Projekt, am Montag mitteilte.

Die vier Zentimeter kurzen orangefarbenen Fische reagierten binnen drei Stunden auf Gift im Wasser, während gewöhnliche Wasserfilter 15 Stunden bräuchten. Die Fische würden mit der Nase in oberflächennahe Wasserschichten schwimmen, um atmen zu können ... oder sie würden einfach sterben.

Das Verfahren wurde im Bezirk Shizuoka südlich von Tokio entwickelt. Nach einer erfolgreichen einjährigen Testphase sollen demnächst Reiskärpflinge im Wasserversorgungssystem des Bezirks ausgesetzt werden. Die japanische Regierung hatte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA landesweit dazu aufgerufen, Anti-Terror-Maßnahmen zu entwickeln.(APA/red)

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