Preiserhöhungen sind nicht auszuschließen

24. Juli 2006, 17:14
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Haider: Werden nicht "ewig" bei 4,3 Cent pro kWh bleiben - Bereits 40.000 Endkunden

Wien - Die Verbundgesellschaft AG, die seit 1. Juli des Vorjahres auch im Endkundengeschäft tätig ist, schließt höhere Preise nicht grundsätzlich aus. Er schließe, "wenn die Preise weiter so steigen, irgendwann Preiserhöhungen" nicht aus, sagte Verbund-Generaldirektor Hans Haider am Montag bei einer Pressekonferenz zur Präsentation der Halbjahrszahlen. "Zu verschenken haben wir nichts."

Privatkunden wird der Strom derzeit um 4,3 Cent je Kilowattstunde (kWh) verkauft, dabei handelt es sich um den reinen Energiepreis ohne Netztarife, Steuern und Abgaben. Man werde nicht "ewig bei 4,3 Cent bleiben". Bei den derzeitigen Preisen des Verbund könne von Dumping aber keine Rede sein, man liege über den Erzeugungskosten. Verbund-Finanzvorstand Michael Pistauer sagte, es deute alles darauf hin, dass die Großhandelspreise 2007 wieder steigen.

Attraktive Kunden

Der Verbund habe derzeit rund 40.000 Endkunden. Man habe einige attraktive Kunden gewinnen können wie etwa Wopfinger oder Siemens und sei im Endkundengeschäft über den Plänen. Der Absatz liege bei mehr als 1 Mrd. kWh. Der 49-Prozent-Einstieg bei den Klagenfurter Stadtwerken habe 80.000 Kunden gebracht.

Bis Jahresende will der Verbund rund 50.000 bis 60.000 Endkunden mit Strom beliefern. Bis 2010 hat sich der Verbund zum Ziel gesetzt, 10 TWh im Endkundengeschäft abzusetzen, davon je 5 TWh im Inland und im Ausland.

Stromknappheit nicht ausgeschlossen

Zu eventuellen Problemen angesichts der Hitzewelle sagte Haider es seien in Europa Szenarien wie beispielsweise Stromknappheit oder Überhitzung der Leitungen nicht auszuschließen. Der Verbund sei in einer guten Situation bei den Speichern. Dies sei ein zusätzliches Asset, das vielleicht heuer noch zum Tragen komme, so Verbund-Finanzvorstand Pistauer.

Die Stromerlöse des Verbund stiegen im ersten Halbjahr 2006 um rund 54 Prozent auf 1,25 Mrd. Euro. Dabei wurde bei den Händlern ein Plus von 166 Prozent erzielt, bei den Endkunden von 64 Prozent und bei den Weiterverteilern von 5 Prozent. Mengenmäßig gab es bei den Weiterverteilern allerdings ein Minus von rund 11 Prozent. Aus Österreich stammten im ersten Halbjahr 2006 nur mehr 32 Prozent der Stromerlöse des Verbund. Auf Deutschland entfielen 51 Prozent, auf Frankreich 8 Prozent, auf Slowenien 5 Prozent und auf Italien 4 Prozent. Die Netzerlöse stiegen um 8 Prozent auf 133 Mio. Euro.

Am Terminmarkt seien die Preise, gehandelt 2005 zur Lieferung 2006, bei der Grundlast um 23 Prozent auf durchschnittlich 41,2 Euro je MWh und bei Spitzenlast um 15 Prozent auf 56,3 Euro/MWh gestiegen. Noch stärker die Steigerungen für Lieferungen 2007 (gehandelt 2006): Bei Grundlast betrug das Plus 33 Prozent auf 54,7 Euro/MWh, bei Spitzenlast waren es plus 40 Prozent auf durchschnittlich 78,7 Euro/MWh. (APA)

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