Diplomaten: Offensive könnte noch eine Woche dauern

24. Juli 2006, 14:25
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Bis dahin internationale Übereinkunft erwartet - Israel will Gebäude in Hisbollah-Hochburgen in Beirut zerstören

Tel Aviv - Israels Armee rechnet nach Angaben aus Sicherheits- und Diplomatenkreisen damit, dass sie noch etwa eine Woche Zeit hat, um ihre Offensive gegen die libanesische Hisbollah-Miliz fortzusetzen. Bis dahin werde wohl eine internationale Übereinkunft erreicht sein, die ein Ende der Kämpfe in der Region fordere, verlautete aus israelischen Sicherheitskreisen am Montag. Auch Diplomaten nannten eine ähnliche Zeitspanne für die Fortsetzung der israelischen Militärangriffe auf Ziele im Libanon.

Gebäude in Hisbollah-Hochburgen Beiruts sollen zerstört werden

Die israelische Armee will die Raketenangriffe auf Haifa mit der Zerstörung von mehrstöckigen Gebäuden in den Hisbollah-Hochburgen im Süden Beiruts vergelten. "Generalstabschef Dan Halutz hat der Luftwaffe die Anweisung erteilt, als Antwort auf jeden Raketenangriff auf Haifa zehn mehrstöckige Gebäude in den südlichen Vororten zu zerstören", sagte ein ranghoher Luftwaffenoffizier am Montag im israelischen Militärradio.

Die Luftwaffe hatte am Sonntagabend wieder Luftangriffe auf die südlichen Vororte Beiruts gestartet.

Israel vermutet in Bint Jbeil hunderte Hisbollah-Kämpfer

Die israelische Armee vermutet in der heftig umkämpften südlibanesischen Grenzstadt Bint Jbeil mehrere hundert Kämpfer der radikalen Hisbollah-Miliz. Generalstabschef Dan Halutz sagte bei einem Besuch in einem Rekrutierungszentrum bei Tel Aviv ferner, es hielten sich noch etwa 500 Zivilisten in dem Ort auf. Nach libanesischen Angaben hatte der Ort ursprünglich 15.000 Einwohner, Halutz sprach sogar von 30.000. Die meisten von ihnen waren aus Furcht vor den Kämpfen nach Norden geflüchtet.

"Symbol der Hisbollah"

"Bint Jbeil ist ein Symbol der Hisbollah", erklärte der Generalstabschef. Der Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah werde bei seiner nächsten Ansprache seine Worte sorgsam wählen, meinte Halutz, "wenn eine solche Rede überhaupt noch kommen sollte". Nasrallah hatte in Bint Jbeil seine erste Kundgebung nach dem israelischen Truppenabzug aus dem Süden des Libanon im Mai 2000 gehalten. Israelische Medien sprechen von der "Hauptstadt der Hisbollah". (APA/dpa)

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