Ministerpräsident: Kein Bürgerkrieg im Irak

28. Juli 2006, 16:23
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Maliki in London: Probleme zwischen Religionsgemeinschaften

London - Trotz der andauernden Gewalt im Irak sieht Ministerpräsident Nuri al-Maliki kein Abgleiten des Landes in einen Bürgerkrieg. Es gebe Probleme zwischen den Religionsgemeinschaften, aber die führenden Politiker arbeiteten daran, diese zu lösen, sagte Maliki am Montag dem Rundfunksender BBC vor einem Treffen mit seinem britischen Kollegen Tony Blair in London: "Bürgerkrieg wird es im Irak nicht geben."

Maliki zufolge hat sich die irakische Regierung darauf geeinigt, sich gegen die Milizen zu stellen und offensiv mit ihnen umzugehen. Dabei spiele die Entwaffnung der Kämpfer eine wichtige Rolle. Auf die Frage, wie lange der Irak noch die Unterstützung ausländischer Truppen benötige, sagte Maliki, er gehe nicht von Jahren aus. "Es gibt sicherlich Bereiche, in denen sich unsere Sicherheitskräfte weiter entwickeln müssen. Wenn das passiert ist, können die ausländischen Truppen mit dem Abzug beginnen".

Maliki bestätigte Angaben der Vereinten Nationen, nach denen im Irak im Mai und im Juni täglich durchschnittlich 100 Zivilisten bei Gewaltakten ums Leben kamen. Er sagte jedoch gleichzeitig, es gebe "Anzeichen des Sieges" im Kampf der Regierung gegen die Aufständischen.

Der Besuch in London ist die erste Reise Malikis außerhalb des Nahen Ostens seit der Regierungsbildung im Irak vor zwei Monaten. Bei dem Gespräch mit Blair soll die Verbesserung der Sicherheitslage ein zentrales Thema sein. Am Dienstag reist Maliki weiter nach Washington, um US-Präsident George W. Bush zu treffen. (APA/Reuters)

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