Diplomaten fürchten Scheitern der WTO-Verhandlungen

24. Juli 2006, 14:13
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Eine 14-stündige Marathonsitzung der so genannten Gruppe der Sechs brachte keinen Durchbruch

Genf - Die entscheidenden Gespräche über eine Liberalisierung des Welthandels drohen nach Befürchtungen von Diplomaten zu scheitern. Eine 14-stündige Marathonsitzung der so genannten Gruppe der Sechs - dazu zählen die Europäische Union, die USA, Australien, Brasilien, Indien und Japan - brachte am Sonntag in Genf keinen Durchbruch bei den strittigen Themen, sagten die Gesandten mehrerer Länder. Hauptstreitpunkte sind Agrar-Beihilfen in der EU und den USA sowie Einfuhr-Zölle auf Industriegüter in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Vor allem in der Frage der Agrar-Beihilfen, in der von den USA Zugeständnisse gefordert werden, gab es keine Bewegung, wie eine EU-Vertreterin sagte. Am Montag würden die Gespräche fortgesetzt. Nach Ansicht von Experten müssen die Staaten dabei zu einer Einigung gelangen. Anderenfalls wären fünf Jahre von Verhandlungen der so genannten Doha-Runde umsonst gewesen, da den 149 Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) nicht genug Zeit bliebe, um bis Ende des Jahres all die komplexen Details für eine Liberalisierung des Welthandels zu klären. Zudem läuft 2007 das Verhandlungsmandat der US-Regierung aus. (APA/Reuters)

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