Gebrauch von Handy verändert Umgang der Menschen miteinander

29. November 2006, 15:06
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Studie: Vor allem junge Frauen nutzen Mobiltelefon als psychologische Barriere - auch das Liebesleben ist betroffen

Der Umgang der Menschen miteinander hat sich laut einer Studie mit dem zunehmenden Gebrauch des Handys verändert. In Großbritannien nutzen 54 Prozent der befragten Frauen unter 25 Jahren ihr Mobiltelefon in der Öffentlichkeit auch dazu, um aufdringliche Männer davon abzuhalten, sich ihnen zu nähern. Das ergab eine groß angelegte Studie der London School of Economics und Carphone Warhouse, zu der 16.500 Menschen befragt wurden.

Ersatzfunktion

Früher hätten Frauen eine Zeitung oder eine Zeitschrift als psychologische Barriere benutzt, um zum Beispiel im Zug nicht in ein unerwünschtes Gespräch verwickelt zu werden, heißt es in der Studie. Heute erfülle das Handy diese Funktion.

Kurzmitteilungen bevorzugt

Die Studie ergab außerdem, dass mehr Menschen das Handy zum Versenden von SMS benutzen anstatt zum Telefonieren. Durchschnittlich würden 3,6 SMS pro Tag verschickt, aber nur 2,8 Mal telefoniert. Dies treffe vor allem auf die 18- bis 24-Jährigen zu.

Handy statt Fernseher

In dieser Altersgruppe ist besonders den Frauen das Handy wichtiger als der Fernseher. 32 Prozent gaben an, sie hätten lieber ein Handy als einen Fernseher, während nur elf Prozent eher auf ihr Telefon verzichten würden.

Liebesleben

Das Versenden von SMS-Nachrichten hat auch das Liebesleben der jungen Engländer stark verändert. Mehr als die Hälfte der Handy-Besitzer zwischen 18 und 24 Jahren hat bereits eine Einladung zu einem Date per SMS bekommen oder versandt, heißt es in der Studie.

Flirt-SMS als Betrug

Ähnlich viele junge Erwachsene haben bereits Nachrichten mit sexuellen Anspielungen versandt. Auch der Treuefaktor spielt eine Rolle: Etwas mehr als die Hälfte der 16.500 Befragten gaben an, ein Flirt per Handy-Nachricht sei eine Form des Betrugs am Partner.

Exklusives Forum

SMS seien ein "exklusives Forum, in dem die normalen sozialen Regeln unterbrochen" würden, sagte Kate Fox von der London School of Economics. "Die Menschen sagen in den Textmitteilungen oft Dinge, die sie im wirklichen Leben nie sagen würden."(APA/DPA)

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