Bereits 22 Menschen in Frankreich wegen Hitze gestorben

25. Juli 2006, 16:08
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Höchste Alarmstufe in sechs spanischen Regionen - Hitzewelle im Südwesten der USA

Berlin/Paris - In Frankreich sind in diesem Jahr schon 23 Menschen der Hitze zum Opfer gefallen, unter ihnen ein 15 Monate altes Baby. Aktuellstes Opfer ist eine 90-jährige Heimbewohnerin, die am Sonntag in Orly bei Paris an Überhitzung starb. Wie die Behörden am Montag mitteilten, maß die vom Personal herbeigerufene Feuerwehr bei der zunächst noch lebenden Frau am frühen Morgen eine Körpertemperatur von 41 Grad.

Kurz darauf war die Seniorin tot. Im August 2003 waren 15.000 Menschen in Frankreich bei einer Hitzewelle gestorben. Daraufhin versprach die bürgerliche Regierung eine bessere Ausstattung der Pflege- und Notfalldienste und führte einen zusätzlichen Arbeitstag pro Jahr zur Finanzierung einer Pflegeversicherung ein.

Alarmstufe Orange in halb Frankreich

Der Wetterdienst Meteo France hat seinen Hitze-Alarm auf weite Teile Frankreichs ausgeweitet: Angesichts einer bis mindestens Mittwoch anhaltenden Hitzewelle riefen die Meteorologen am Montag Alarmstufe Orange in 47 Regierungsbezirken aus und damit in etwa der Hälfte des gesamten französischen Staatsgebietes.

Vor allem im Südosten Frankreichs wurden Rekordwerte von teils mehr als 38 Grad Celsius im Schatten erwartet, in der Hauptstadtregion Ile-de-France bis zu 34 und in der Elsass-Metropole Straßburg bis zu 33 Grad. Gesundheitsminister Xavier Bertrand rief Medizinstudenten und Ärzte im Ruhestand auf, sich den Notdiensten zur Verfügung zu stellen.

Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë zeigt sich "besorgt": "Ich bin nicht sicher, dass der Staat verstanden hat, dass mehr Mittel erforderlich sind", sagte das sozialistische Stadtoberhaupt beim Besuch des Koordinationszentrums der Pariser Sozialdienste. Höchste Alarmstufe in Spanien

In Spanien galt in sechs Regionen die höchste Alarmstufe. Im Süden der iberischen Halbinsel in der Städten Alicante und Murcia kletterte das Thermometer auf Werte von bis zu 40 Grad Celsius. Für vier Millionen besonders gefährdete, vor allem ältere Menschen traf Madrid besondere Schutzmaßnahmen.

Hitzewelle in den USA

Auch im Südwesten der USA stöhnen die Bewohner über eine Hitzewelle. Bei Temperaturen um die 40 Grad starben in den vergangenen Tagen in Kalifornien mindestens vier Menschen an den Folgen. Bei sechs weiteren Todesfällen wurde untersucht, ob sie auf die Hitze zurückzuführen sind. Der Rekordwert von 48 Grad wurde am Samstag in Woodland Hills in der Nähe von Los Angeles gemessen.

In Elektrizitätswerken kam es wegen des hohen Stromverbrauchs zu Engpässen. Von einem Stromausfall am Sonntagnachmittag im Süden Kaliforniens waren mehr als 50.000 Haushalte und Betriebe betroffen. Auch im Nachbarstaat Arizona starben bei Rekordtemperaturen am Wochenende zwei Menschen vermutlich an den Folge der Hitze. (APA/AFP)

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