Kärnten: In Minuten wurde aus Bächlein ein reißender Strom

24. Juli 2006, 13:12
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Aufräumarbeiten nach Unwettern - Brücke und Straße wurden weggerissen - Häuser wurden unbewohnbar

Klagenfurt - Die Aufräumarbeiten im Raum Wolfsberg, Bad St. Leonhard und Reichenfels werden nach den schweren Unwettern vom Samstagabend mehrere Tage in Anspruch nehmen. Einige Wohnhäuser im Prössinggraben sind durch Überflutungen und Vermurungen für Wochen unbewohnbar. Die Familien waren auch am Sonntag noch von der Außenwelt abgeschnitten.

Der Edenbach hat sich binnen weniger Minuten von einem kleinen Bächlein in einen reißenden Strom verwandelt, erzählte Günter Betschoga im ORF-Radio Kärnten: "Es hat rundherum nur gerauscht, alles ist in zwei, drei Minuten passiert. Ich habe nur geschaut, dass die Kinder und die Frau in den obersten Stock gehen. Dann hat schon die Nachbarin gerufen, dass der Bach herunterkommt. So etwas habe ich noch nie gesehen und die Geräusche werde ich mein Leben nie mehr vergessen."

Brücke und die Straße weggerissen

Die Brücke und die Straße wurden weggerissen, rund um die Häuser türmen sich meterhoch Geröllhalden. Alfred Findenig vom örtlichen Gasthaus steht vor dem Nichts. Das Wasser floss durch das Gebäude. "Es war wie bei einem Erdbeben", erklärte er. Das eigene E-Werk ist zerstört, Kanal und Zufahrtsstraße ebenso.

Die Feuerwehren waren am Sonntag dabei, sich in den Graben vorzuarbeiten. Der Einsatzleiter meinte, er habe in all den Jahren noch nie erlebt, dass so kleine Bäche derart große Zerstörungen angerichtet hätten. Vermutlich wird es noch mehrere Tage dauern, bis die Häuser im Prössinggraben wieder mit dem Auto erreichbar sein werden. (APA)

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    Ein zerstörtes Fahrzeug wird im Prössinggraben in Frantschach geborgen, nachdem eine Mure die Straße völlig verschüttete

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