Geox steigt in den Bekleidungsmarkt ein

21. August 2006, 14:00
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Schuhkonzern will künftig den ganzen Körper bekleiden: "Schweißsicher" von Kopf bis Fuß - Expansion in Österreich

Montebelluna - Der Schuhproduzent Geox will in Zukunft nicht nur die Füße (be)kleiden, sondern den ganzen Körper, und damit in wenigen Jahren seinen Umsatz verdoppeln. "Wir investieren bereits drei Prozent unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung neuer Bekleidungstechnologien und haben 35 neue Patente angemeldet", sagte dazu Mario Moretti Polegato, Gründer und Präsident des Geox-Schuhunternehmens zum Standard. In diesen Tagen werden erstmals die Geox-Jacken und Mäntel im Facheinzelhandel angeboten.

"Ziel ist es, einen Total-Look zu schaffen, Geox-Mode vom Kopf bis Fuß", betont der erfinderische Präsident. Polegato ist es gelungen, trotz der chinesischen Konkurrenz, innerhalb von zehn Jahren das größte Schuhimperium Italiens aufzubauen. "Heuer peilen wir ein Produktionsziel von 16 Millionen Paar Schuhen an, 2009 sollen es 30 Millionen Paar sein.

Fertigung im Ausland

Das italienische Unternehmen lässt seine "Schuhe, die atmen" ausschließlich im Ausland fertigen. In der Slowakei und in Rumänien besitzt Geox eigene Produktionswerke. Ein Teil des in China hergestellten Schuhwerks werden nun nach Indonesien ausgelagert. Seit die EU Schutzzölle auf die Lederschuhimporte aus China beschlossen hat, sei dort die Herstellung nicht mehr so rentabel, meinte der Unternehmenschef. Auf die Frage, ob die von den italienischen Schuhherstellern geforderten Schutzmaßnahmen gegen Asien-Importe der Branche aus der Krise helfe, meinte der Erfolgsunternehmer: "Das ist ein verständlicher, aber auch ein verlorener Kampf."In Italien gefertigte Schuhe könnten nur im modischen Hochpreissegment konkurrenzfähig bleiben.

In Montebelluna beschäftigt Geox etwas mehr als 600 Personen. Diese sind vor allem mit Design und der Qualitätskontrolle befasst. Ein Team von 20 Ingenieuren arbeitet an neuen Membranen, welche auch in die Bekleidung integriert und diese "schweißsicher"machen sollen. "Wir wollen ähnliche Technologien, die wir im Schuhsektor gegen Schweißfüße anwenden auch in der Bekleidung umsetzen", so der Firmenchef. Die Bekleidungssparte soll noch dynamischer als die Schuhproduktion wachsen und in wenigen Jahren 50 Prozent des Gesamtumsatzes erreichen.

Derzeit verfügt Geox über ein Vetriebsnetz von mehr als 400 Geschäften. Österreich gehört Polegato zufolge dabei zu einem der wichtigsten Exportmärkte. In Kürze sollen deshalb in der Alpenrepublik vier weitere Geschäfte eröffnet werden. (Thesy Kness-Bastaroli, Montebelluna, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.7.2006)

  • Nicht nur die Füße, sondern auch andere Körperteile will Geox mit seinen Produkten atmen lassen.
    foto: standard/heribert corn

    Nicht nur die Füße, sondern auch andere Körperteile will Geox mit seinen Produkten atmen lassen.

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