Zuflucht unter Wasser

9. Oktober 2006, 14:54
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Surface, das Lichtlein im TV-Serien-Sommerloch - Für Hitzegeplagte nicht unwichtig: Die Serie spielt im und unter Wasser

Entgegen allen Befürchtungen gibt es ein Lichtlein in der Dunkelheit des TV-Serien-Sommerlochs: Es hört auf den Namen Surface und was dafür spricht, sei im Folgenden kurz aufgelistet:

Erstens spielt die US-Serie, die Montag im Hauptabend auf Pro Sieben ausgestrahlt und Dienstagnacht ebendort wiederholt wird, zu nicht unwesentlichen Teilen am, im und unter Wasser. Das ist in Zeiten, in denen einen Hitze plagt, psychologisch wichtig.

Mysteriöse Meeresbewohner

Zweitens ist die Geschichte um mysteriöse Meeresbewohner so gut zusammengestohlen, dass beinahe jede(r) fündig wird: Da gibt es die an E. T. oder Gremlins gemahnende Storyline um die Teenager, die ein kleines Seeungeheuer aufziehen - hinter dem Rücken ihrer steinreichen, ahnungslosen und leicht hinters Licht zu führenden Eltern. Weiters die Single-Mum, die aktuell gezwungen ist, den Unterhalt für sich und den Sohnemann als Kellnerin zu bestreiten, weil ihr böse Männer mit viel Einfluss die Doktorwürde aberkannt haben, um sie so von ihrem angestammten Betätigungsfeld als Meeresbiologin fern zu halten (Wissenschafterhybris- und Verschwörungsthriller à la Michael Crichton sagen kurz Hallo).

Esoterischer Sciencefiction

Schließlich erlaubt die Figur des traumatisierten Hobbytauchers mit Nahtoderfahrung auch noch Schlenker in Richtung esoterischer Sciencefiction. Und zwischendrin wird, schwupp, ein ganzes Boot verschluckt, ein Vulkan aktiviert oder ein Schiffchen in einen tödlichen Strudel hinabgezogen - ein herrlich billiges Vergnügen, nicht nur für alle Katastrophenfilmanhänger. (DER STANDARD, Printausgabe, 24.7.2006/irr)

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