USA lehnen Verhandlungsangebot Syriens ab

24. Juli 2006, 16:53
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Damaskus: "Syrien bereit für Dialog"

Washington - Die USA haben das Angebot Syriens zu direkten Verhandlungen mit Washington in der Nahost-Krise zurückgewiesen. Die syrische Regierung wisse auch ohne einen solchen Dialog sehr wohl, was sie zu tun habe, sagte der US-Botschafter bei der UNO, John Bolton, am Sonntag in der TV-Sendung "Fox News Sunday". Damaskus müsse die Hisbollah zur Freilassung der beiden entführten israelischen Soldaten bewegen sowie zu einem Stopp ihrer Raketenangriffe auf Israel. Neben dem Iran unterstützt auch Syrien die radikal-islamische Hisbollah-Bewegung, gegen die Israel im Libanon vorgeht, da sie zwei israelische Soldaten entführt hat.

Der syrische Vize-Außenminister Faissal Mekdad hatte am Samstag dem britischen Fernsehsender Sky News gesagt, Syrien sei zu Verhandlungen mit den USA bereit, um für den Libanon eine Lösung zu finden. Damaskus habe sich schon immer zum Dialog bereit erklärt, wohingegen Washington Gespräche ablehne. Die aktuelle Nahost-Krise sei aber nicht zu lösen, wenn nicht "die chronischen Probleme" in der Region angegangen würden. Dazu gehöre auch die israelische Besatzung arabischer Gebiete, wie etwa in Syrien, dem Libanon und den Palästinenser-Gebieten.

"Bereit für Dialog"

"Syrien ist bereit für einen Dialog mit den USA auf der Basis von Respekt und gegenseitigem Interesse", sagte Vize-Außenminister Mekdad auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Um die Krise zu beenden, müsse zunächst ein sofortiger Waffenstillstand durch internationale Hilfe erreicht werden. Die USA vertreten allerdings den Standpunkt, dass eine Waffenruhe allein den Konflikt nicht lösen kann.

Bolton signalisierte das Einverständnis der USA mit der Stationierung von NATO-Truppen im Südlibanon. "Das ist eine neue Idee, die wir ernst nehmen", sagte er dem Nachrichtensender CNN. Der Einsatz einer multinationalen Einsatztruppe müsse sorgfältig geprüft werden. Dabei solle es sich jedoch nicht um eine Blauhelmtruppe der UNO handeln.

Die Idee wird nach den Worten von des israelischen Verteidigungsministers vom Sonntag auch von Israel gutgeheißen. "Israel unterstützt eine starke internationale Truppe mit einem robusten Mandat in Südlibanon für einen begrenzten Zeitraum, bis die libanesische Armee in Position gehen und auf effektive Weise (gegen die Hisbollah) aktiv werden kann", sagte Amit Peretz. Eine solche Truppe müsse auch gegen Waffenlieferungen aus Syrien an die Hisbollah-Miliz vorgehen. (APA)

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