Zypern erwartet 10.000 neue Flüchtlinge

24. Juli 2006, 16:53
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14 vollbesetzte Schiffe auf dem Weg nach Larnaca und Limassol - Französische Sondereinheit schützte Flüchtlings-Konvoi im Südlibanon

Nikosia - Die Massenflucht von Ausländern, die vor den Bombenangriffen aus dem Libanon fliehen, hält an. Auf der Mittelmeerinsel Zypern wurden am Sonntag insgesamt fast 6.000 weitere Ankömmlinge per Schiff erwartet, wie die zypriotische Nachrichtenagentur CNA Online berichtete. Am Hafen von Limassol kamen unter anderem mit dem US-Truppentransportschiff "USS Nashville" weitere 1.000 Flüchtlinge an. Das von den USA gecharterte Kreuzfahrtschiff "Orient Queen" wurde mit weiteren 1.000 Menschen an Bord erwartet.

Insgesamt sind nach Angaben des US-Botschafters in Beirut bisher 10.000 US-Amerikaner aus dem Libanon evakuiert worden, wie der Sender CNN berichtete. Der zypriotische Außenminister Giorgos Lillikas sagte, bis dato seien auf Zypern 25.000 Libanon-Flüchtlinge eingetroffen, und er erwarte, dass sich die Zahl in den nächsten Tagen verdreifachen werde, wie CNA berichtete.

Zyperns Präsident Tassos Papadopoulos rief die Europäische Union laut CNA am Samstagabend auf, mehr Hilfe zu leisten. Bisher habe nur Finnland, das den Ratsvorsitz der EU innehat, auf Appelle reagiert, dass auch andere Länder den Flüchtlingsstrom aufnehmen sollten. "Angesichts unserer begrenzten Möglichkeiten haben wir uns schon selbst übertroffen", sagte der Präsident. Auf die Frage, ob andere Länder genug getan hätten, um dem Land zu helfen, sagte er: "Ich denke, sie hätten wesentlich mehr tun könnten."

Französische Sondereinheit schützt Flüchtlings-Konvoi

Eine französische Sondereinheit hat am Sonntag einen Flüchtlings-Konvoi mit etwa 100 Ausländern auf dem Weg vom Südlibanon in die Hauptstadt Beirut beschützt. Das wurde aus Militärkreisen in Paris bekannt.

Der Konvoi brach in der Früh bei einer Schule in der Nähe von Nabatiya auf. Er besteht nach Medienberichten aus sechs Bussen und vier Sicherheitsfahrzeugen. 32 Franzosen sowie 25 Deutsche, 20 Libanesen und rund 20 Menschen aus 14 anderen Nationen würden so aus der Gefahrenzone gebracht.

Die Geflohenen könnten Beirut nach ihrer Ankunft an Bord der französischen Fregatte "Jean Bart" verlassen. Die zehn Männer der Sondereinheit gehören dem "Kommando für Spezialoperationen" (COS) an. (APA/dpa)

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