Tropensturm "Bilis": Opferzahl in China steigt auf über 530

23. Juli 2006, 21:55
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212.000 Häuser zestört - Drei Millionen Menschen betroffen - 100.000 Japaner nach heftigen Regenfällen zur Evakuierung aufgerufen

Peking/Tokio - Mehr als eine Woche nach dem Tropensturm "Bilis" in China ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen: Bis Sonntag wurden 530 Tote gezählt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

24 Tote in Japan

In Japan forderten die Behörden nach tagelangen heftigen Regenfällen rund 100.000 Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Die Unwetter kosteten nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo seit vergangenem Montag mindestens 24 Menschen das Leben und lösten am Wochenende erneut Schlammlawinen und Überschwemmungen aus.

Allein in der Präfektur Kagoshima auf der japanischen Insel Kyushu wurden nach Angaben eines Behördensprechers rund 66.000 Menschen zur Evakuierung aufgerufen. Weitere 33.000 sollten ihre Häuser in der Präfektur Kumamoto verlassen. Der seit einer Woche andauernde Regen hat landesweit Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst.

Von "Bilis" am schwersten betroffen war die chinesische Provinz Hunan, wo laut Xinhua 346 Menschen ums Leben kamen. 89 weitere wurden dort noch vermisst. Aus der Provinz Guangdong wurden 43 weitere Opfer und damit mehr als 100 Tote gemeldet, wie Xinhua am Samstag berichtete.

Wiederaufbau der Häuser

Ministerpräsident Wen Jiabao rief die örtlichen Behörden auf, sich verstärkt um die Versorgung der Opfer durch "Bilis" zu kümmern. Der Wiederaufbau von Häusern und Unternehmen müsse Priorität haben, forderte Wen während eines Besuchs im Katastrophengebiet von Hunan am Samstag. Aus der Provinz waren zunächst nur 92 Tote gemeldet worden. Erst als das staatliche Fernsehen von 197 Opfern allein in einer Region von Hunan berichtete, gaben die Behörden höhere Opferzahlen bekannt.

Drei Millionen auf der Flucht

"Bilis" war am Freitag vor einer Woche auf die Südküste Chinas getroffen und trieb fast drei Millionen Menschen in die Flucht. Überschwemmungen, Erdrutsche und starke Windböen zerstörten laut Xinhua 212.000 Häuser, weitere 287.000 wurden beschädigt.

Im Südwesten Chinas kostete ein Erdbeben der Stärke 5,1 mindestens 22 Menschen das Leben. Mehr als 100 weitere wurden zum Teil schwer verletzt, wie Xinhua am Sonntag berichtete. In der Region Yanjin in der Provinz Yunnan zerstörte das Beben vom Samstag nach Angaben eines örtlichen Behördensprechers rund 100 Häuser und beschädigte weitere 1.000.

Das Zentrum des Erdstoßes um 9.10 Uhr Ortszeit (3.10 Uhr MESZ) lag in einer Bergregion von Yanjin. Auf Grund des Bebens hätten sich auch massive Felsbrocken an den Hängen gelöst, die auf Wohngebiete stürzten, berichtete Xinhua. (APA/AP)

  • Schäden durch den Hurrican "Bilis" in der Provinz Fujian.

    Schäden durch den Hurrican "Bilis" in der Provinz Fujian.

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