Deutschland: Mann aus Sierra Leone mit Lassa-Fieber infiziert

23. Juli 2006, 19:33
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Behandlung in Frankfurt am Main - Kontaktpersonen sollen sich melden

Wiesbaden - Ein Mann aus Sierra Leone ist an dem gefährlichen Lassa-Fieber erkrankt und wird in Deutschland behandelt. Wie das hessische Sozialministerium am Freitagabend mitteilte, sollte der 70-Jährige noch in der Nacht vom westfälischen Münster ins Universitätsklinikum Frankfurt am Main gebracht werden. Er soll dort in einer speziellen Isoliereinheit behandelt werden. Über den Gesundheitszustand des Patienten hatte das Ministerium zunächst keine Informationen.

Der 70-Jährige war am 11. Juli nach Deutschland über Brüssel eingereist. Passagiere der von ihm benutzten Flüge wurden aufgefordert, sich vorsorglich mit dem Robert-Koch-Institut unter der Rufnummer 0049-172-6955458 (tagsüber) in Verbindung zu setzen. Den Behörden zufolge handelt es sich um einen Flug der Gesellschaft Sabena (SN Brussels Airlines) am 10. Juli von Freetown über Abijan nach Brüssel (Flugnummer SN207) sowie den Flug am 11. Juli von Brüssel nach Frankfurt (Flugnummer SN2607).

Das Lassa-Fieber ist eine von Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die 1969 erstmals in der nigerianischen Stadt Lassa diagnostiziert wurde. Die Ansteckung kann über Blut, Stuhl, Speichel, Erbrochenem, Sekret, Urin oder Samenflüssigkeit erfolgen. Eine Tröpfchen-Infektionen, etwa über Niesen, ist den Angaben zufolge untypisch, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Nach einer Ansteckung dauert es ein bis drei Wochen, bis erste Symptome auftreten. Typisch sind hohes Fieber, Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwindelgefühl und Durchfall. In der zweiten Woche kommt es zu starken Magenschmerzen, Erbrechen sowie Schwellungen in Gesicht und am Nacken. Außerdem treten innere Blutungen auf, die häufig zum Tode führen. Die Todesrate bei Lassa-Epidemien kann bis zu 50 Prozent betragen. (APA/AP)

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