Urlaubszeit ist Einbruchszeit

22. Juli 2006, 10:00
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Damit die Versicherung im Falle des Falles zahlt, sind ein paar Vorkehrungen zu treffen - Von Ursula Xell-Skreiner

Selbst wenn die Einbruchsdiebstähle in verlassene Wohnungen und Häuser kriminalstatistisch im Rückgang begriffen sind - vor einem ungewollten Besuch in Abwesenheit ist keiner gefeit. Noch unangenehmer wird es, wenn die Versicherung leistungsfrei wird, weil wesentliche Kriterien zur Schadensübernahme nicht eingehalten wurden.

Beliebtes Manko ist die Unterversicherung von Immobilien. Wird bei der Prämie durch Unterbewertung des Inventars gespart, kann dies nach Eintritt eines Schadens oft zu bösem Erwachen führen. Ist der Schaden größer als die vereinbarte Versicherungssumme, hat der Konsument eben Pech gehabt.

Achtung auch bei der Wertgrenze: Bestimmte Gegenstände wie etwa Schmuck sind nur bis zu einer pauschalen Grenze versichert. Ganz allgemein jedoch gilt, dass wertvolle Gegenstände nicht "zur freien Entnahme" in der Wohnung herumliegen dürfen, sondern ordentlich zu verwahren sind - ein Safe bietet sich dafür an. Wer denkt, er hätte alles Gesagte bedacht, beachte aber eines: So mancher Einbrecher hat vor Ärger, auf kein nennenswertes Diebesgut gestoßen zu sein, die gesamte Wohnung devastiert. Es ist nicht selbstverständlich, dass bloßer Vandalismus von der Haushaltsversicherung automatisch gedeckt ist. Eine Überprüfung der Polizze in dieser Hinsicht ist daher zu empfehlen.

Doch auch an andere ungebetene "Gäste" ist zu denken: Nicht selten findet sich in den Versicherungsbedingungen eine Klausel, die besagt, dass Leitungswasserschäden nur dann gedeckt sind, wenn die Wasserzufuhr und -ableitung ab einer bestimmten Dauer der durchgehenden Abwesenheit unterbunden ist - meist liegt die Frist bei 72 Stunden. Übersieht man das Kleingedruckte, wird nur jener Schaden ersetzt, der auch bei ordentlich abgedrehtem Haupthahn eingetreten wäre.

So trivial der Ratschlag auch klingt, so notwendig erscheint er jedes Mal aufs Neue: Eine Wohnungstüre ist abzusperren. Eine Alarmanlage ist auch hilfreich. Für die Beseitigung von Post und Werbematerial vor der Wohnungstüre ist Sorge zu tragen. Ist das Unglück aller Vorsorge zum Trotz tatsächlich einmal eingetreten, sind Polizei und Versicherung unverzüglich zu verständigen. Widrigenfalls kann sich die Versicherung auch aus diesem Grund auf Leistungsfreiheit berufen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23.7.2006)

  • Ursula Xell-Skreiner, Anwältin
    foto: standard/christian fischer

    Ursula Xell-Skreiner, Anwältin

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