Bombendrohung gegen jüdisches Zentrum und Senat in Buenos Aires

28. Juli 2006, 16:42
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Iran bestreitet erneut jegliche Verwicklung in den Anschlag vor zwölf Jahren

Buenos Aires/Wien - Drei Tage nach dem zwölften Jahrestag des verheerenden Anschlags auf das jüdische Kulturzentrum in Buenos Aires mit 85 Toten hat es eine Bombendrohung gegen diese Einrichtung sowie das Senats-Gebäude gegeben. Die Drohungen seien am Freitagvormittag in Telefonanrufen beim argentinischen jüdischen Verband (AMIA) und dem Senat ausgestoßen worden, berichtete die Tageszeitung "Clarin" (Internetausgabe). Eine Überprüfung der Gebäude durch Bombenexperten der Polizei habe ergeben, dass es sich um falschen Alarm handelte.

Die iranische Botschaft in Buenos Aires bekräftigte indes nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA, dass Teheran nichts mit dem Anschlag vom 18. Juli 1994 zu tun gehabt habe. Die Botschaft ersuche die argentinischen Behörden, ihre Ermittlungen "effizient und unabhängig" zu führen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. Der Iran habe "weder indirekte noch direkte Verbindungen" zu den Tätern. Zugleich kritisiert die Botschaft, dass gegen Teheran falsche Anschuldigungen erhoben worden seien, "ohne auch nur einen Beweis zu haben".

Hintermänner weiterhin unbekannt

Die Hintermänner des Terroraktes sind weiterhin unbekannt. Die jüdische Gemeinde macht den Iran für die Anschläge verantwortlich. Im vergangenen November hatte ein argentinischer Richter ein Mitglied der libanesischen Hisbollah beschuldigt, das Selbstmordattentat verübt zu haben.

Der Präsident des argentinischen jüdischen Verbandes (AMIA), Luis Grynwald, hatte am Dienstag bei einer Gedenkfeier in Buenos Aires die Untätigkeit der argentinischen Justizbehörden in dem Fall kritisiert. "Die Ermittlungen sind zum Erliegen gekommen", sagte er vor 8.000 Angehörigen der Opfer. Auch ein Anschlag auf die israelische Botschaft im Jahr 1992 mit 22 Toten ist bis heute ungeklärt. (APA)

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