NATO-Kommandant: Zu wenig Flugzeuge und Reserven

30. Juli 2006, 12:13
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ISAF-Truppe übernimmt demnächst Oberbefehl im gefährlichen Süden

London/Kandahar - Ein Mangel an Flugzeugen und Reservekräften macht der NATO in Afghanistan nach Worten ihres dortigen Oberkommandanten schwer zu schaffen. "Wir sind nicht unfähig zu operieren, aber wir könnten es effizienter tun", sagte Generalleutnant David Richards am Freitag auf einer Veranstaltung des Royal United Services Institute in London.

Mängel gebe es vor allem in den Bereichen logistische Fähigkeit, schnelle Reserve-Einsatzkräfte, bei den Luftstreitkräften und der Lebensrettungsausrüstung. Die Mission in dem zentralasiatischen Land sei für die NATO ein Wendepunkt, da sich die Allianz zum ersten Mal mit Kampfeinsätzen am Boden konfrontiert sehe, fügte er hinzu.

Unter Richards Führung wird die ISAF-Truppe der NATO in zehn Tagen den Oberbefehl im gefährlichen Süden Afghanistans übernehmen. Die Truppenstärke des Bündnisses im Land wird dadurch sukzessive auf 16.000 von bisher 7.000 erhöht - der bisher größte Einsatz von Bodentruppen in der Geschichte des Militärbündnisses.

NATO-Oberbefehlshaber zuversichtlich

NATO-Oberbefehlshaber James Jones, der seit Donnerstag zusammen mit NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer auf Truppenbesuch im Süden Afghanistans unterwegs ist, zeigte sich indes zuversichtlich, dass das Bündnis die Aufgabe im Süden schultern werde. "Es gibt sicher mehr Aktivität in diesem Teil des Landes, aber die Truppen werden dem standhalten können", sagte Jones kurz vor Ende seines Besuchs in Kandahar. "Aus meiner Sicht ist die Sicherheit zufrieden stellend."

Der Widerstand der Taliban-Rebellen, die vor allem im Süden des Landes agieren, war in diesem Jahr nach einer längeren Periode relativer Ruhe aufgeflammt. Mehr als 60 ausländische Soldaten wurden seit Jahresbeginn getötet - so viel wie seit dem Sturz der Moslem-Extremisten Ende 2001 nicht mehr. Die Koalitionstruppen hatten zuletzt im Süden eine Offensive gegen die Taliban- und mit ihnen verbündete Al-Kaida-Kämpfer gestartet. (APA/Reuters)

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