Jordanien macht Hisbollah für Libanon-Krise mitverantwortlich

22. Juli 2006, 20:48
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Außenminister Khatib: Wir halten es für unabdingbar, dass die libanesische Regierung Aurorität über das gesamte Land hat

Hamburg - Der jordanische Außenminister Abdul Illah Khatib hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz für den Ausbruch der Gewalt im Libanon mitverantwortlich gemacht. "Jordanien hat einen ausgewogenen und verantwortungsvollen Standpunkt eingenommen. Wir sind gegen israelische Angriffe auf libanesische Zivilisten. Und wir sind gegen Eskalationen durch irgendwelche Parteien, die die gesamte Region gefährden", sagte der Minister in einem von "Spiegel Online" veröffentlichten Interview in Anspielung auf die Entführung israelischer Soldaten durch die Hisbollah.

Kahtib sprach sich für eine Stärkung der libanesischen Regierung aus. "Wir halten es für unabdingbar, dass die libanesische Regierung Autorität über das gesamte Land hat." Seine Regierung habe keine direkten Kanäle zur Hisbollah und rede ausschließlich mit der libanesischen Regierung.

Es sei entscheidend, dass der Libanon nicht zum Spielball "regionaler Agendas" werde. "Die territoriale Integrität und Souveränität des Landes muss respektiert werden. Libanesische Angelegenheiten sollten allein von der libanesischen Regierung geregelt werden - ohne jede Einflussnahme von außen."

Die Frage, ob die Hisbollah die beiden israelischen Soldaten ohne Wissen des Iran oder Syriens entführt habe, beantwortete der Außenminister ausweichend: "Ich glaube, wir werden später vielleicht Gelegenheit haben, das zu analysieren. Was passiert ist, ist aber passiert. Im Moment kommt es darauf an, die kollektive Bestrafung der Libanesen für diese Tat zu stoppen." (APA)

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