Der BND soll Geiseln suchen

22. Juli 2006, 22:49
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Deutsche Agenten angeblich auf der Spur verschleppter Israelis

Berlin - Der deutsche Bundesnachrichtendienst ist angeblich schon seit Längerem aktiv an der Suche nach einer Konfliktlösung im Nahen Osten beteiligt. Wie die Berliner Zeitung am Freitag meldete, soll der BND seine Zugänge zu Hamas und Hisbollah nutzen, um eine Freilassung der drei von den islamistischen Milizen entführten israelischen Soldaten zu erreichen. Die BND-Operation werde in Abstimmung mit Russlands Auslandsgeheimdienst SWR durchgeführt, berichtete das Berliner Blatt.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte zu dem Bericht lediglich, es sei "nicht sinnvoll, alle Einzelheiten der deutschen Bemühungen um eine Waffenruhe zu schildern". Die Bundesregierung sei an einer "Fülle von Initiativen"der internationalen Gemeinschaft beteiligt. Sie nutze "alle Zugangswege", um eine schnelle Waffenruhe und eine

dauerhafte Friedenslösung zu erreichen. Eine besondere Vermittlungsrolle Deutschlands über die Bemühungen der G-8 und der EU hinaus wäre aber nicht angezeigt.

Zweimal waren in den vergangenen Jahren spektakulär Gefangene zwischen Israel und der Hisbollah ausgetauscht worden. Vermittelt hatte in beiden Fällen Berlin. Zuletzt hatte Israel im Jänner 2004 nach deutscher Vermittlung 400 Palästinenser, 30 Araber und den Deutschen Steven Smyrek in die Freiheit entlassen. Im Gegenzug ließ die Hisbollah den Israeli Elhanan Tannenbaum frei, der laut Israel ein Geschäftsmann, nach libanesischer Einschätzung ein israelischer Geheimdienstler war. (DER STANDARD, Printausgabe, 22./23. Juli 2006)

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