Alle tippen auf Landis

4. Juli 2007, 15:27
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Drittplatzierter geht heute als Favorit ins entscheidende Zeit­fahren über 57 Kilometer - Pereiro: "Floyd hat es in der Hand"

Macon - "Ich schätze, Floyd Landis gewinnt die Tour", tippt T-Mobile-Kapitän Andreas Klöden, der in der Gesamtwertung an vierter Stelle rangiert, und liegt damit auf einer Linie mit den Spaniern Carlos Sastre (2.) und Oscar Pereiro (1.). "Zweiter wird Sastre, Dritter Pereiro - oder ich", glaubt der Deutsche. Die Entscheidung wird am Samstag beim 57-km-Zeitfahren von Le Creusot nach Montceau-les-Mines fallen. Als vermeintlich bester Zeitfahrer unter den vier Top-Platzierten der Gesamtwertung hat Landis, der Dritte, angesichts seines geringen Rückstands anscheinend die besten Karten. Pereiro: "Floyd hat es selbst in der Hand - aber er muss es erst vollenden."

Dass die Tour im Jahr eins nach der Ära des überragenden Lance Armstrong bislang alles andere als normal lief, schürt die vagen Hoffnungen der Außenseiter. Jeder von ihnen lag bei dieser Tour schon einmal scheinbar aussichtslos zurück - und kam wieder heran. Am eindrucksvollsten gelang das Landis am Donnerstag mit seinem Solosieg in den Alpen nur einen Tag nach seinem spektakulären Einbruch. Im ersten langen Zeitfahren über 52 km vor zwei Wochen musste sich der 30-Jährige nur dem ukrainischen Ex-Weltmeister Sergej Gontschar geschlagen geben. Klöden verlor auf Landis 42 Sekunden, Sastre 1:10 Minuten, Pereiro gar 1:40 Minuten.

Vor dem entscheidenden Kampf gegen die Uhr sind da 30 Sekunden Vorsprung von Pereiro und 18 seines spanischen Landsmanns Sastre auf den derzeitigen Dritten ein wenig beruhigendes Polster. Landis: "Ich bin optimistisch."

Pereiro, 28-jähriger Kletterspezialist: "Ich habe im ersten Zeitfahren bewiesen, dass ich mich nicht mehr um Minuten abhängen lasse." CSC-Kapitäns Sastre, Stellvertreter des wegen Dopingverdachts suspendierten Italieners Ivan Basso: "Es geht im Zeitfahren um alles oder nichts, und ich bin nicht hier, um mich schon vorher geschlagen zu geben."

Am Sonntag haben die Sprinter noch einmal einen großen Auftritt. Die 20. und letzte Etappe führt von Antony auf die Champs-Elysées nach Paris (154,5 km). Bernhard Eisel, 25-jähriger Steirer von Française des Jeux, schaffte bei dieser Tour bereits sieben Top-Ten-Plätze, als besten einen vierten. "Mein Team wird voll für mich fahren, jetzt liegt es an mir zu zeigen, was ich draufhabe", sagt Eisel und glaubt, dass er auch den Sieg draufhat. Der Tiroler Georg Totschnig, der an einer Bronchitis leidet, will nur noch ankommen. (sid, APA, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 22./23.7. 2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Landis hat die Trümpfe in der Hand.

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