T-Mobile entlässt Jan Ullrich

13. Oktober 2006, 12:44
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Des Dopings Verdächtig­ter will gerichtlich gegen Kündigung vorgehen - Auch Sevilla und Betreuer Pevenage gefeuert

Hambug - T-Mobile-Teamsprecher Christian Frommert hat am Freitag die Kündigung seines Stars Jan Ullrich bestätigt. "Wir haben diese Entscheidung getroffen, weil wir angesichts der Informationen der Ermittler glauben, dass er in die Dopingaffäre in Spanien verwickelt ist", erklärte Frommert, der allerdings auch einschränkte, dass nach wie vor kein positiver Dopingtest vorliegt. Auch Ullrichs belgischer Betreuer Rudy Pevenage wurde gekündigt.

Der Profi-Rennstall hatte Ullrich und dem ebenfalls entlassenen Oscar Sevilla eine Frist gesetzt, die Verdächtigungen zu entkräften. "Wir konnten ja nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten. Jan hatte uns zugesagt, seine Unschuld zu beweisen. Das ist bisher nicht geschehen. Deshalb mussten wir ihm kündigen, wir mussten Fristen einhalten", begründete Frommert den Schritt. "Wir sind alle sehr enttäuscht, dass es zu diesem Schritt kommen musste."

Ullrich will sich gegen die Kündigung zu Wehr setzen - notfalls auch juristisch, wie er in einer Erklärung am Freitag mitteilte. Enttäuscht zeigte sich der Deutsche darüber, dass ihm die Kündigung nicht persönlich, sondern per Fax mitgeteilt worden war. Auf seiner Internetseite www.janullrich.de hieß es weiter: "Ich finde es beschämend, dass ich nach so vielen Jahren guter Zusammenarbeit und nach allem, was ich für das Team getan habe, wie eine Faxnummer behandelt werde." Ullrich war von 1995 bis 2002 beim damaligen Telekom-Team gefahren und hatte sich nach einem Jahr Pause wieder das magentafarbene Trikot des deutschen Rennstalls übergestreift.

Wie Ullrich auf seiner Homepage mitteilte, sei ihm, seinem Berater Rudy Pevenage und Sevilla die Kündigung per Fax zugegangen. "Die Kündigung ist unbegründet", sagte am Freitag auch Ullrichs Manager Wolfgang Strohband: "Sofern das für die nächste Woche geplante Gespräch keine Einigung bringt, wird Jan Ullrich die Kündigung gerichtlich anfechten." Vertreten wird Ullrich von Rechtsanwalt Ulrich Theune. Der meinte: "Die Kündigung wird keinen Bestand haben." (APA/dpa/red)

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