USA: Fed-Chef Bernanke sorgte für zwischenzeitliche Erholung

26. Juli 2006, 11:06
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sikl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US-Aktienmärkte tendierten in der abgelaufenen Handelswoche bei hoher Volatilität seitwärts. Belastend wirkten sich neben dem Krieg im Nahen Osten vor allem der Anstieg im Produzentenpreis- und Konsumentenpreisindex aus. Die Industrieproduktion wurde zwar überraschend positiv gemeldet, Anleger sahen darin jedoch ein Indiz auf weitere Zinsanhebungen. Für eine zwischenzeitliche Kurserholung sorgte vor allem die Aussage von Fed-Chef Bernanke, wonach der Zinserhöhungszyklus weitgehend abgeschlossen sei.

Auch wenn es die jüngste Kursentwicklung nicht erwarten lassen würde, so fielen die Ergebnismeldungen zum abgelaufenen Quartal tendenziell positiv aus. So profitierte McDonalds von der Fußball-WM und konnte seinen Ertrag im 2. Quartal um 60% steigern. Harley Davidson konnte seinen Absatz verstärkt bei hochpreisigen Modellen steigern und so sein Gewinnziel übertreffen. Über den Erwartungen meldeten auch der Spielwarenhersteller Mattel, der Computerriese IBM, die Investmentbanken Merrill Lynch und JP Morgan, sowie Coca Cola ihren Quartalsgewinn.

United Technologies, Hersteller von Triebwerken für Flugzeuge, hob seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr deutlich an. Der Telekomausrüster Nortel verkündete eine Kooperation mit Microsoft im Bereich Internettelefonie. Erfreulich entwickelten sich die Ergebnisse von Motorola infolge gestiegener Nachfrage nach den neuen Handymodellen sowie von Apple nach einem kräftigen Absatzanstieg in der neuesten PC-Generation.

Für Enttäuschung sorgten unter anderem Citigroup und Wells Fargo, beide Banken blieben im vergangenen Quartal leicht unter den Erwartungen. Des weiteren ließ der Diskonter Target mit einer Umsatzwarnung aufhorchen. Die Aktie von Yahoo brach um mehr als 20% ein, nachdem das Unternehmen einen enttäuschenden Quartalsumsatz gemeldet hatte. Zu den Verlierern zählte auch Ford, im 2. Quartal war überraschend ein Verlust erzielt worden.

Negativ überraschten auch Intel und AMD. Preisreduktionen hatten die Erträge der Halbleiterkonzerne geschmälert.

Die Berichtssaison ist bisher zufrieden stellend verlaufen. Insgesamt haben 148 Gesellschaften des S&P 500 Index ihre Quartalsgewinne veröffentlicht. Von diesen haben 66% die Erwartungen übertreffen können, nur 17% verfehlten die Gewinnziele. Trotz dieses erfreulichen Umstandes stellt sich die Stimmung im Markt weiterhin negativ dar, schlechten Nachrichten wird deutlich mehr Gewicht beigemessen. Wir gehen davon aus, dass sich daran auch in der kommenden Handelswoche nur wenig ändern dürfte und rechnen daher mit einer verhaltenen Kursentwicklung.

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