Flugzeugunglück von Überlingen: Erstes Urteil aus Deutschland

23. Juli 2006, 18:29
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71 Menschen starben bei dem Crash am Bodensee am 1. Juli 2002

Konstanz - Mehr als vier Jahre nach dem Flugzeugunglück von Überlingen am Bodensee wird erstmals ein deutsches Gericht ein Urteil im Zusammenhang mit der Katastrophe sprechen. In einem Schadenersatzprozess will das Konstanzer Landgericht am kommenden Donnerstag (27. Juli) entscheiden, ob Deutschland für Fehler der Schweizer Flugsicherung skyguide haften muss.

Skyguide überwacht auch Teile Süddeutschlands. Das Unternehmen gilt als mitverantwortlich für die Kollision zweier Flugzeuge, 71 Menschen starben am 1. Juli 2002.

Deutschland ist von der Bashkirian Airlines verklagt worden. Die Fluglinie aus der russischen Teilrepublik Baschkirien verlangt Schadensersatz für ihre zerstörte Tupolew, in der 69 Menschen saßen. Sie steht auf dem Standpunkt, dass die Flugsicherung auf deutschem Gebiet eine hoheitliche Aufgabe der Bundesrepublik sei. Damit müsse das Land auch für Schäden gerade stehen, die durch Pannen entstünden, die skyguide zur Last gelegt werden.

Für Fehler einstehen

Beim mündlichen Gütetermin im vergangenen Mai hatte die Zivilkammer des Landgerichts eine deutsche Haftung nicht ausgeschlossen und den Schadenersatzforderungen der Fluglinie aus Ufa eine "reale Chance" eingeräumt. Dagegen argumentiert Berlin, skyguide müsse nach Übernahme der Luftraumkontrolle über deutsche Gebiete für Fehler selbst einstehen.

Die Bashkirian Airlines fordern 2,6 Millionen Euro als Ersatz für das zerstörte Flugzeug. Deutschland soll außerdem Ansprüche von Angehörigen der Todesopfer übernehmen.(APA/dpa)

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