Infineon überrascht mit Hang zum Rot

28. Juli 2006, 15:30
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Qimonda-Abspaltung belastet Konzernergebnis - Verluste konnten aber eingedämmt werden

Der deutsche Chipspezialist Infineon hat im abgelaufenen dritten Quartal erneut rote Zahlen geschrieben und damit die Analysten enttäuscht. "Nach dem starken zweiten Quartal habe ich mit einem kleinen Gewinn gerechnet", sagt etwa Merck-Fink-Analyst Theo Kitz im Gespräch mit pressetext. Als Grund für das unerwartete Minus hat der Experte Ergebnisrückgänge in den Logik-Segmenten Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket (AIM) sowie Kommunikationslösungen (COM) ausgemacht.

Verlustreich

Insgesamt konnte Infineon seine Verluste gegenüber dem Vorjahreszeitraum aber deutlich eindämmen. Nach einem Minus von 240 Mio. Euro im dritten Quartal 2005 steht aktuell ein Verlust von 26 Mio. Euro zu Buche. Infineon selbst erklärt den Fehlbetrag vor allem mit "Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ausgliederung von Qimonda sowie durch Wertberichtigungen auf Steuern". Operativ schrieben die Münchner dagegen erneut schwarze Zahlen. Gegenüber dem Vorquartal konnte das EBIT von 28 Mio. auf 49 Mio. Euro gesteigert werden. Im Vorjahresquartal hatte Infineon hier noch Verluste in Höhe von 234 Mio. Euro eingefahren.

Abspaltung

Der EBIT-Anstieg wurde nach Konzernangaben vor allem durch die abgespaltene Speicherchip-Sparte Qimonda getragen. "Wir sind mit der generellen Entwicklung des EBIT im dritten Quartal zufrieden", gab sich Infineon-Chef Wolfgang Ziebart optimistisch. "Während das EBIT im Segment AIM nach dem außergewöhnlich guten zweiten Geschäftsquartal wieder übliche Werte erreicht hat, wurde das EBIT im Segment COM durch Restrukturierungsaufwendungen und die schwache Entwicklung im Geschäft mit Mobilfunklösungen beeinträchtigt", erklärt Ziebart.

Den Umsatz konnte Infineon gegenüber dem Vorjahresquartal um 23 Prozent auf 1,97 Mrd. Euro steigern, musste aber im Vergleich zum zweiten Quartal leichte Einbußen hinnehmen. Der leichte Umsatzrückgang spiegle den geringeren Umsatz in den Logik-Segmenten wieder, der nicht vollständig durch die höheren Umsätze bei Qimonda ausgeglichen werden konnte, heißt es in einer entsprechenden Aussendung.

Ausblick

Für das laufende vierte Quartal rechnet Infineon für das Nicht-Speichergeschäft nun aber mit einem Anstieg bei Umsatz und EBIT. Als Hauptumsatztreiber sollen Produktlieferungen an neue Kunden, darunter den südkoreanischen Konzern LG, im Segment Com fungieren. "Der Ausblick klingt zumindest plausibel", meint Kitz gegenüber pressetext. "Auslieferungen an neue Kunden bringen zusätzliches Geschäft und zusätzliche Umsätze." Schwarze Zahlen sind unter dem Strich für das Gesamtjahr allerdings nicht zu erwarten. Die Anleger schickten die Infineon-Aktie dann auch auf Sinkflug. Das Papier verlor bis Freitagmittag gut 5,6 Prozent und hält nun bei 8,42 Euro. (pte)

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