FPÖ-Strache darf nun doch im ORF mitdiskutieren

21. Juli 2006, 22:46
5 Postings

Draxler will "jeden Zweifel an Objektivität und Ausgewogenheit" des ORF ausräumen

Wien - Die FPÖ darf nun doch an den TV-Konfrontationen im ORF teilnehmen. "Um jeden Zweifel an Objektivität und Ausgewogenheit auszuräumen" werde er von der "seit Jahrzehnten geübten Praxis ausnahmsweise" abweichen und auch die FPÖ, die keinen Klubstatus hat, zu den TV-Konfrontationen einladen, teilte Informationsdirektor Gerhard Draxler am Freitag per Aussendung mit. Insgesamt wird es damit im September zehn - nicht sechs - Zweierkonfrontationen der Spitzenkandidaten geben.

Rückzieher

Anlass für den Rückzieher des ORF, der die Blauen ursprünglich weder zu den Duellen der Spitzenkandidaten noch zur großen Elefantenrunde eingeladen hatte, gab offenbar ein Bescheid des Bundeskommunikationssenats. Der hatte zwar eine Beschwerde der FPÖ gegen die Teilnehmerbesetzung einer Diskussionsrunde im April diesen Jahres zum Thema "Krise im ÖGB" zurückgewiesen, allerdings auch darauf hingewiesen, dass die FPÖ/BZÖ-Spaltung bei Wahldiskussionen einer "angemessenen eigenständigen Berücksichtigung beider Gruppierungen" bedürfe, hieß es in der Aussendung.

Tagelange Proteste

Ursprünglich hatte der ORF seine Entscheidung, FPÖ-Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache bei den entscheidenden Runden nicht zuzulassen, am vergangenen Freitag damit argumentiert, dass die FPÖ nicht mit Klubstärke im Nationalrat vertreten ist. Hintergrund: Der Freiheitliche Parlamentsklub wird vom BZÖ dominiert, nur zwei Abgeordnete bekennen sich weiterhin zur FPÖ. Es folgten tagelange Proteste der Blauen, die einen "Demokratie- und Medienskandal der Sonderklasse" witterten. Etliche Zeitungskommentatoren warfen dem ORF darüber hinaus mangelndes Demokratieverständnis vor. (APA)

Share if you care.